Kánya, Kálmán (1869-1945), Diplomat

Kánya Kálmán, Diplomat. * Ödenburg (Sopron, Ungarn), 7. 11. 1869; † Budapest, 3. 2. 1945. Nach Absolv. der Wr. Konsularakad. 1896 Vizekonsul in Konstantinopel, 1900 Konsul in Moskau; 1905 nach Wien zum Ministerialdienst zurückbefohlen. 1908 Leiter der Presseabt. im Min., 1913 Gesandter in Mexiko. 1919 organisierte er das diplomat. Korps des ung. Außenmin. 1921 ständiger Vertreter des Außenmin., 1925 ung. Gesandter in Berlin, 1932 Außenmin. K. spielte eine große Rolle in der Ausgestaltung der dt.-italien. orientierten ung. Außenpolitik. An seinen Namen knüpft sich der Abschluß des ung.-italien.-dt. Dreibündnisses von Rom (1934). Da er die einseitige dt. Orientierung der Regierung Imrédy nicht billigte, schied er 1938 aus dem Kabinett aus. 1944 wurde er von den Pfeilkreuzlern verhaftet und im Internierungslager von Sopronkőhida, dann in einem Budapester Gefängnis gefangen gehalten.

L.: 1932–35. Drei Jahre Regierung Gömbös, 1935, S. 32 ff.; E. v. Schmidt-Pauli, N. v. Horthy, 1942; M. v. Horthy, Mémoires de ľamiral Horthy, régent de Hongrie, 1954; C. A. Macartney, October fifteenth. A History of Modern Hungary 1929–45, 2 Tle., 1956–57, s. Reg.; Magyar diplomáciai lexikon (Ung. diplomat. Lex.), 1960.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 218
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