Kapri, Mathilde Freifrau von; geb. Freiin Guretzky von Kornitz (1832-1889), Schriftstellerin

Kapri Mathilde Freifrau von, geb. Freiin Guretzky von Kornitz, Schriftstellerin. * Santa Maria di Capua b. Neapel, 5. 2. 1832; † Wien, 4. 10. 1889. Großmutter des Folgenden; lebte seit ihrer Heirat (1856) mit Z. Frh. v. Kapri in Wien. Schon als junges Mädchen schrieb sie formschöne vaterländ. Gedichte, über die sich Grillparzer in einem Brief „warm und anerkennend“ aussprach; ihre Hauptwerke sind Romane und Novellen, zunächst mehr in Marlitt-Art, aber dann ges. und soziale Problemefreimütig behandelnd. Als erste Schriftstellerin machte sie auf die Eigenart des japan. Lebens aufmerksam. Besondere Anregung bot ihr die Freundschaft mit Ch. Engehausen (s. d.) und der herzliche Verkehr mit der geistvollen Iduna Laube.

W.: Dramen: Wittekind, 1873; Freund der Frauen, 1874; Romane: Uradelig, 1879; Va banque, 1880; Aus eigener Schuld, 1888; Novellen: Im Atelier, Versäumtes Glück, Am Traualtar, etc. Feuilletons und kulturhist. Skizzen in Z. des In- und Auslandes.
L.: Eisenberg; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kürschner; Nagl–Zeidler–Castle 3, S. 917.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 226
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