Karoline Auguste, (Charlotta Augusta) Kn. von Österr. (1792 - 1873),

(Charlotta Augusta), Kaiserin von Österreich. * Mannheim (Baden–Württemberg), 8. 2. 1792; † Wien, 9. 2. 1873. Tochter Maximilian Josephs, des späteren Kgs. von Bayern und seiner Gattin Wilhelmine Auguste, der jüngeren Tochter des Landgf. Georg von Hessen-Darmstadt. Ihre 1808 mit Wilhelm, Kronprinzen von Württemberg, geschlossene Ehe wurde 1815 für nichtig erklärt. Am 10. 11. 1816 mit dem dreimal verwitweten K. Franz I. von Österr. (s. d.) vermählt, begleitete sie ihren Gemahl auf mehreren Reisen und wurde mit ihm am 25. 9. 1825 zu Preßburg gekrönt. K. A., kinderlos und in der Politik keine Rolle spielend, betrachtete das Wirken im Geiste der Nächstenliebe als ihren eigentlichen Lebensinhalt. Insbesondere galt ihre Sorge der Jugendpflege (Kinderbewahranstalten), der Armenpflege (Fürsorge, Dienstbotenausbildung), der Schaffung von Wohnungen für Arbeiter (Carolinäum in Wien, V., Arbeitergasse) und der Krankenpflege, zu deren Förderung sie mehrere geistliche Ordensstiftungen ins Leben rief. (Wien–Gumpendorf, Salzburg, Prag etc.) Als höchste Schutzfrau des Sternkreuz-Ordens stellte sie auch diesen in den Dienst karitativen Wirkens.

L.: P. Steiner, Immortellen auf den Sarg weiland Ihrer Majestät, der Kn. und Kgn. K. A. Trauerrede, 1873; C. Wolfsgruber, C.A., die Kn.-Mutter, 1893; ders., Die Kn.-Mutter C.A. und ihr charitatives Wirken, 1898; Lebensbilder hervorragender Katholiken des 19. Jh., Bd. 8, 1914; Wurzbach; F. Schnürer, Briefe Franz Josephs an seine Mutter 1830–72, 1930; Kosch, Das kath. Deutschland; Briefwechsel mit mehreren Mitgl. der k. Familie, in: Familienkorrespondenz, Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13), S. 245
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