Katona, József (1791-1830), Schriftsteller

Katona József, Dichter. * Kecskemét (Ungarn). 11. 11. 1791; † ebenda, 16. 4. 1830. Sohn eines Webermeisters; stud. Jus und erwarb 1810 das Advokatendiplom. Während seiner Studienzeit in Pest kam er mit dem Theater in Verbindung. Er übersetzte mod. Ritterdramen, bearbeitete Romane für die Bühne, trat auch selbst als Amateurschauspieler auf und schrieb später hist. Dramen. Sein Name ist jedoch für immer mit dem „Bánk bán“ („Banus Bánk“, 1. dt. Übers. von A. Dux, Leipzig 1858, Oper von F. Erkel, 1861), der bis heute besten ung. hist. Tragödie verbunden. K. verfaßte dieses Werk, das zeitgemäße nationale und soziale Gedanken sowie glänzende dramat. Psychol. zu einem Meisterwerk stempeln, für ein Preisausschreiben (1815), das Preisgericht schenkte jedoch dem Werk keine besondere Beachtung. K., der sich auch theoret. mit dem Drama befaßte, überarbeitete sein Werk und gab es heraus, kehrte dann aber entmutigt nach seinem Geburtsort zurück und war dort als Advokat bis zu seinem plötzlich erfolgten Tode tätig. Sein Drama „Bánk bán“ wurde erst 1833 in Kaschau, 1839 in Pest aufgeführt.

W.: Bánk bán, szomorujáték 5 felvonásban. (Banus Bánk, Trauerspiel in 5 Akten), l. Bearb. 1815, im Druck erschienen 1820, seitdem über 50 Ausgaben; Összes müvei (Sämtliche Werke), 3 Bde., 1880/81, 2 Bde., 1959.
L.: P. Gyulai, K.J. és Bánk bánja (J.K. und sein Banus B.), 1907; J. Arany, Bánk bán tanulmányok (Stud. über den Banus B.), 1879; J. Ferenczy, K.J., 1884; K.J.-Emlékkönyv (Gedenkbuch J. K.), 1930; A. Németh, Bánk bán száz éve a szinpadon (Banus B. seit 100 Jahren auf der Bühne), 1935; J. Horváth, K.J., 1936; J. Waldapfel, K.J., 1942; M. Molnár, K.J., 1952; F. Kübl, Advokaten in Politik. Wiss. und Literatur, 1934; Pallas 10; Révai 11; Szinnyei 5; Új M. Lex. 4; Das geistige Ungarn; Wurzbach.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 262f.
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