Kauperz, Johann Veit (1741-1816), Graphiker

Kauperz Johann Veit, Graphiker. * Graz, 15. 6. 1741; † Graz, 1. 1. 1816. Sohn des Kupferstechers Johann Michael K. Von seinem Vater in die Technik der Schabkunst eingeführt, besuchte er ab 1766 die Wr. Akad. der bildenden Künste, wo sich sein Talent bald auffallend entwickelte. 1777 Zeichenlehrer an der k.k. Normalschule in Graz. 1785 gründete er eine Privatzeichenschule, die ab 1787 „ständische Zeichenschule“ hieß. K. pflegte die Schabtechnik, den Linienstich, die Radierung und das Aquatintaverfahren. Sein Oeuvre ist sehr umfangreich. Leider ging die außerordentliche Produktivität, bedingt durch die wirtschaftliche Lage, sehr oft auf Kosten der Qualität. Hervorragend sind seine Zeichnungen, während er in den Linienstichen und Schabkunstbll. weder die zeitgenöss. Engländer noch die Wr. Schmutzer oder Jacobé erreichte. 1769 Mitgl. der großherzogl. Akad. in Florenz, 1771 Mitgl. der Wr.Akad.

W.: Porträts; Landschaften; Städteansichten; Diplome; Stiftbriefe; Heiligenbilder; Notariatszeichen; Besuchs- und Geschäftskarten; Landkarten; Wappen; Vignetten; Nachstiche bekannter Gemälde.
L.: Grätzer Zg. vom 3. 1. 1816; Vaterländ. Bll., Bd. 1, 1816, S. 155; Wr.Ztg. vom 25. 2. 1909; Steiermärk. Z., N.F., Jg. 6, 1840, S. 135f.; F. Wibiral, Das Werk der Grazer Stecherfamilie K., 1909; Thieme–Becker; Wurzbach; Nar. Enc.; Kosch, Das kath. Deutschland; W. Suida, Die Landesbildergalerie in Graz, 1923; I. Kukuljević-Sakčinski, Slovnik umjetnikah jusoslavenskih, 1859; 310. Kunstauktion Wien (Katalog), 1930, n. 239.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 273
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