Kautsch, Jakob (1845-1920), Bankfachmann und Museumsfachmann

Kautsch Jakob, Bank- und Museumsfachmann. * Wien-Gumpendorf, 6. 1. 1845; † Reichraming (O.Ö.), 1. 8. 1920. Ab 1866 Praktikant, ab 1867 Beamter der Niederösterr. Eskompteges., besuchte er daneben Vorlesungen über Kredit-, Bank- und Börsenwesen an der Univ. Wien. 1871 zur Allg. Depositenbank übergetreten, wurde er dort bald darauf Vorstand der Wechselabt., 1874 Leiter der Filiale in Steyr, 1906 i.R. K., Gründer und erster Leiter der „Wiener Vorstadtzeitung“, war während seiner Banktätigkeit fachliterar. tätig, widmete sich aber schon früh auch kunsthist. Stud. und begründete 1887 gem. mit seiner Frau Marianne, geb. von Braunendal (* Linz, 13. 8. 1842; † Steyr, 16. 10. 1919) in Steyr die „Ges. der Altertumsfreunde“. Der Sammeltätigkeit Marianne K.s verdankt das Steyrer Mus. den Grundstock seines Bestandes. Sie, die u. a. auch für die Erhaltung der Ruine Losenstein eintrat und steinzeitliche Siedlungsstätten und künstliche Höhlen im Ennstal entdeckte, konnte 1890 eine kleine Ausst. eröffnen, die 1894 in die Verwaltung des Gemeinderates überging, 1895 wesentlich erweitert als Städt. Mus. eröffnet und 1913 im Innerberger Stadel untergebracht wurde. Jakob K., 1890 Korrespondent, 1910 Konservator der k.k. Zentralkomm. für die Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale, wurde 1900 Kustos dieses Mus., 1915 Museumsdir. und war auch Kustos der ständigen Gewerbeausst. 1880–98 Gemeinderatsmitgl., 1913 Ehrenbürger der Stadt Steyr und Ehrenmitgl. zahlreicher Ver.

W.: Das Bank- und Börsenwesen mit besonderer Berücksichtigung dt. und österr. Verhältnisse, 1871, Neuaufl. (Hdb. des. . .), 1891; Allg. Börsenbuch nebst Usancen der Berliner, Frankfurter und Wr. Börse. 1874; Chronik des k.k. priv. uniformierten, bewaffneten Bürger-Korps der landesfürstlichen Stadt Steyr in O. Ö. von 1380–1898, 1898; zahlreiche Aufsätze gewerblichen und kunsthist. Inhalts in Tagesbll. und Z.
L.: Steyrer Geschäfts- und Unterhaltungskalender, 1921; Mitt. des Bundesdenkmalamtes, Bd. 2–6, 1920–24, S. 133 ff.; Heimatgaue, Jg. 6, 1925, S. 218 ff.; Krackowizer; Mitt. Stadtarchiv Steyr (O. Ö).
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 274
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