Keim, Franz (1840-1918), Schriftsteller

Keim Franz, Dichter. * Stadl-Paura (O.Ö.), 28. 12. 1840; † Brunn a. Gebirge (N.Ö.), 27. 6. 1918. Sohn eines Bahnhofswirtes; besuchte das Gymn. in Kremsmünster und zeigte sich für Musik, Malerei und Schriftstellerei talentiert. Er stud. 1860/61 an der rechtswiss., 1861–63 an der philosoph. Fak. der Univ. Wien und (1865) am Polytechnikum in Zürich, war dann im Verwaltungsdienst in Triest und später als Hauslehrer und Bahnbeamter in Wien tätig. 1874 schloß er seine Hochschulstud. mit der Lehramtsprüfung ab und wirkte 1875–98 als Gymnasialprof. in St. Pölten. Ab 1902 lebte K. als freier Schriftsteller in und bei Wien. 1875 war K.s erstes Drama „Sulamith“ fertiggestellt und von H. Laube zum Druck weiterempfohlen worden (1884 ins Serb. übertragen). Es folgten dann eine große Anzahl vor allem dramat., z. T. auch ep. und lyr. Dichtungen, die K. besonders in den frühen Jahrzehnten seines dichter. Schaffens viele Ehrungen einbrachten. Seine echte volkstreue Gesinnung, in seinen Werken mit ursprünglicher Neigung und Fähigkeit zu dramat. Gestaltung verwirklicht, wurde von L. Anzengruber (s. d.), Kernstock und Rosegger im volkstümlichen Bereich der Dichtung ebenso anerkannt, wie sie von R. Hamerling (s. d.), H. Kienzl, E. v. Wildenbruch u. a. im Rahmen des allg. bühnendichter. Schaffens geschätzt wurde.

W.: Sulamith (Drama), 1875; Cheristane (Festspiel), 1877; Der Königsrichter (Drama), 1879; Der Meisterschüler (Drama), 1881; Stefan Fadinger (dt. Bauernlied), 1885; Aus dem Sturmgesang des Lebens (Ges. Dichtungen), 1887; Die Brüder von Marathon (Drama), 1887; Die Spinnerin am Kreuz (Schauspiel), 1891; Der Schenk von Dürnstein (Schauspiel), 1891; Mephistopheles in Rom (Drama), 1892; Der Schmied von Rolandseck (Volksschauspiel), 1892; Das Steinfeldmärchen (Schauspiel), 1892; Der Schelm vom Kahlenberg (Komödie), 1893; Der Weg zum Glück (Schauspiel), 1897; Münchhausens letzte Lüge (Lustspiel), 1898; Lieder aus der weiten Welt, 1902; Die Amelungen (Heldenspiel), 1904; Fridolin, ein Donaumärchen (Schauspiel), 1907; Die Sünde von Gottestal (Schauspiel), 1908; Der Büßer von Göttweih (Schauspiel), 1908; Ges. Werke mit Autobiographie, 5 Bde., 1912; Das stille Buch (Nachwort von F. Christel), 1921; etc.
L.: Linzer Tagespost, 1910, n. 52, 1912, n. 22, 1913, n. 218; N.Fr.Pr. und R.P. vom 27. 6. 1918; Frankfurter Ztg., 1940, n. 666; Arbeiter Ztg. (Wien), 1948, n. 155; Scheffel Jb., 1905/06, S. 168ff.; Heimgarten, Jg. 31, 1907, 35, 1911, 36, 1912, 53, 1929; Österr. Rundschau, Bd. 46, 1916, S. 41; A. Draxler, F. K. Biograph.-literar. Studie, in: Jahresber. des Gymn. in Wels, 1916; Donauland, Jg. 2, 1918/19. S, 704 f.; G. Ressel, F. K.s Leben und Schaffen, in: Jb. der dt. Univ. Prag, 1926; O. Scholz, F. K. als Dramatiker, Diss. Wien, 1928; F. Wastian, Zwei österr. Heimatdichter: F. K. und O. Kernstock, 1913; Oberösterr. Männergestalten, hrsg. von E. Strassmayr, 1926, S. 147ff.; Giebisch–Pichler–Vancsa; Kosch; Maderno; Nagl–Zeidler–Castle, s. Reg.; Krackowizer; Kürschner.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 13, 1963), S. 283
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