Kern von Kernburg, Josef Theodor (1785-1859), Verwaltungsbeamter

Kern von Kernburg Josef Theodor, Verwaltungsbeamter. * Pfullendorf (Baden-Württemberg), 14. 3. 1785; † Innsbruck, 14. 2. 1859. Sohn des Landesprotomedikus in Freiburg i. Br. Dr. Franz Josef K.; 1809 Eintritt bei der allg. Hofkammer in Wien, infolge außergewöhnlicher Dienstleistung 1815 als Gubernialsekretär zum Wiederaufbau des Tiroler Guberniums nach der bayr. Besetzung nach Innsbruck berufen, wo er sich allseits große Anerkennung erwarb, 1817 Verfasser des Magistratsorganisationsentwurfes für Innsbruck, 1821 Kreishptm. des Pustertales und am Eisack in Bruneck, wo er sich um Drauregulierung, Straßenbau und Lokal-Feuerwehrwesen sowie um das Augustiner Chorherrenstift Neustift und das Gymn. in Brixen große Verdienste erwarb. 1843 erster wirklicher Gubernialrat beim Tiroler Landesgubernium Innsbruck, Kulturreferent, administrativer Baureferent, Referent der Steuer-Landes-Komm. und der Grundentlastungs-Komm. etc., 1848 im Landes-Verteidigungskomitee, lehnte er 1848 das angetragene Mandat des Pustertaler Kreises für das Frankfurter Parlament ab. K., in Bruneck (Brunecker Kasino) und Innsbruck Mittelpunkt schöngeistiger Interessen, förderte besonders H. v. Gilm (s. d.), der ihm seinen „Sonettenkranz“ und „Fragment“ widmete, und beteiligte sich in hervorragender Weise an der Gründung von Archiv und Bibl. am neugeschaffenen Landesmus. Ferdinandeum.

L.: Tiroler Nachrichten vom 14., Dolomiten vom 17. 2. 1959; A. Dörrer, H. v. Gilm, 1924; A. Sparber, Das Chorherrenstift Neustift, 1956; J. Huber, Wattener Festschrift, 1956; Amtsbl. der Landeshauptstadt Innsbruck, 1959, n. 1; Mitt. Tiroler Landesarchiv, Innsbruck.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 302
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