Kessler, Engelbert (1834-1922), Heimatforscher und Schriftsteller

Kessler Engelbert, Heimatforscher und Schriftsteller. * Am Straußberg b. Riezlern (Kleines Walsertal, Vorarlberg), 1. 3. 1834; † Wien, 7. 2. 1922. Aus bäuerlicher Familie; zeichner. begabt, stud. er, obwohl unbemittelt (ab 1849 techn. Stud.) in Wien, das seine zweite Heimat wurde. Später wirkte er als Handelsschullehrer, als Erzieher in der Familie Esterházy und als Revident bei der Baudion. der Süd-(Brenner-)bahn unter Etzel (s. d.). Er gründete 1864 den „Ersten allg. Beamtenverein der österr.-ung. Monarchie“ zum Schutze des in Not geratenen österr. Beamten gegen Kapitalwucher und war hier noch mit 80 Jahren in leitender Stellung. Heimatliebe führte K. zur Heimatforschung, wo er bahnbrechend wirkte: Gründer des „Ver. der Tiroler und Vorarlberger“ in Wien und 1871 des „Ver. der Landeskde. von Tirol“. K., der die Notwendigkeit der „Ortskunde“ (Anlage von Museen, Büchereien, Lesestuben und Gewerbemustersmlgen.) betonte, war ein großer Förderer des heim. Schützenwesens und des Fremdenverkehrs.

W.: Biograph. Skizzen; Gedichte (Hymne „Elisabeth“); Lyr. Bergpredigt (Stimmungsbild vom Bodensee).
L.: Tiroler Bote, Jg. 1871, S. 1798; Tiroler Stimmen, Jg. 1904, n. 46; Fremdenbl., Jg. 1904, n. 96; N.Fr.Pr. vom 21. 2., R.P. vom 2. 3. 1904; N.Fr.Pr. vom 1. 1. 1911 und vom 8. 2. 1922; E. Kessler, Kleinwalser Geist, 1933.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 311
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