Kienzl, Josef (1858-1924), Politiker und Bauer

Kienzl Josef, Bauer und Politiker. * Astfeld b. Sarnthein (Südtirol), 15. 7. 1858; † Sarnthein (Südtirol), 14. 10. 1924. Sohn eines Bergbauern; besuchte eine Notschule und erwarb im Erbwege den Hamlerhof in der Fraktion Rungg bei Sarnthein. 1886–99 Gemeindevorsteher der ausgedehnten Gemeinde Sarntal. An der Gründung des Tiroler Bauernbundes (1904) maßgeblich beteiligt, gehörte er dessen Ausschuß bis 1919 an. Als christlichsozialer Abg. des Tiroler Landtages (1902–18) und des Österr. Reichsrates (1907–18) trat er mit selbstlosem Eifer, beträchtlichem Mut und großer Sachkenntnis für seine bäuerlichen Standesgenossen ein und stand bei ihnen in hohem Ansehen. Er setzte sich vor allem mit Erfolg für die Wildbachverbauung in Tirol, für Hilfe bei Elementarschäden, für die Befreiung und Enthebung von Bauernsöhnen vom Militärdienst und nach dem Zusammenbruch von 1918 für die Entlassung seiner Landsleute aus italien. Kriegsgefangenschaft ein.

L.: Tiroler Anzeiger vom 15. 10., Der Volksbote vom 16. 10. 1924 (Beilage Bauernztg.); F. Freund, Das österr. Abgeordnetenhaus 1907–13, 1907; Mitt. A. Oberkalmsteiner, Sarnthein (Südtirol).
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 325
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