Kininger (Kieninger, Kinninger), Vincenz Georg (1767-1851), Graphiker und Maler

Kininger (Kieninger, Kinninger) Vincenz Georg, Graphiker und Maler. * Regensburg, 24. 4. 1767; † Wien, 18. 5. 1851. Kam 1778 nach Wien und trat 1780 in die Akad. der bildenden Künste ein. Zunächst in der Kupferstichklasse J. Schmutzers, arbeitete er seit 1786 bei J. Jacobé. 1790 machte er sich selbständig. 1807 erhielt er die Prof. an der Schabkunstschule der Akad. und war bis gegen 1840 als Porträtist, Illustrator und Reproduktionsstecher künstler. tätig. Außerordentliche techn. und künstler. Fähigkeiten entwickelte er als Schabkünstler. K., der teils nach eigenen, teils nach fremden Vorlagen (Daffinger, Ender, Lampi, Teniers u.a.) arbeitete, führte auch Porträtminiaturen und Tuschzeichnungen, kleinformatige Schlachtenszenen, Genrebildchen, Landschaften, Uniformdarstellungen etc. aus und widmete sich der Buchillustration. 1819–25 lithographierte K. zahlreiche Bll., die zu den bemerkenswertesten Inkunabeln der Wr. Lithographie gehören.

W.: Kupferstiche, Schabbll., Radierungen (zusammen 116), Lithographien (30) in der Albertina, Akad.-Bibl. und in den Smlgn. der Graph. Lehr- und Versuchsanstalt in Wien; Publ.: Anfangs- und Hauptgründe der Zeichenkunst, Moskau 1817–25, mehrere Aufl. in russ. Sprache.
L.: G. K. Nagler, Allg. Künstler-Lexikon, 1895; Thieme–Becker; Wurzbach; ADB; H. Tietze, Das vormärzliche Wien in Wort und Bild, 1925; R. Granichstaedten-Czerva, Tiroler in Wien, 1932, S. 33; J. Leisching, Schabkunst, 1913, T. 64; H. Hochenegg, Die Tiroler Kupferstecher, in: Schlernschriften, Bd. 227, 1963, S. 79, 118.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 331f.
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