Kink, Anton (1820-1868), Industrieller

Kink Anton, Industrieller. * Kufstein (Tirol), 14. 6. 1820; † ebenda, 18. 4. 1868. Altem Unterinntaler Geschlecht entstammend, Sohn des Folgenden, Neffe des Technikers und Industriellen Martin v. K. (s. d.), Vetter des Industriellen Julius v. K. (s. d.), des Historikers und Verwaltungsjuristen Rudolf K. (s. d.). Besuchte 1837/38 die philosoph. Kurse in Innsbruck, stud. 1838 am Lyzeum in Trient und an der Univ. Padua, ab 1839 am Polytechn. Inst. in Wien. Trat 1842 nach Ablegung der prakt. Bauprüfung in den Staatsdienst, 1843 Baudions.-Praktikant in Innsbruck und Südtirol, wurde 1844 dem Straßenkommissariat Schwaz, 1845 seinem Vater zugeteilt, quittierte aber schon 1847 den Staatsdienst, um sich ganz der von seinem Vater übernommenen Zementfabrik zu widmen. Es gelang ihm, den dieser drohenden Entzug der Lagerstätten abzuwenden und nach anfänglichem, durch die 1848/49 stockende öffentliche und private Bautätigkeit bedingten Produktionsrückgang den Absatz zu heben, da er große Lieferaufträge für die in den 50er Jahren in Österr. und Bayern durchgeführten Bahnbauten erhielt. K. vergrößerte daher die Fabrik, die er 1853 auf Kohlenfeuerung umstellte, erhielt 1851 ein Privileg zur Herstellung von Dach- und Fußbodenplatten sowie Brunnenröhren aus hydraul. Kalk. Begann mit der Herstellung doppelt gebrannten Zements, der dem 1844 in England erstmals hergestellten Portlandzement nahezu gleichwertig war. Ferner produzierte er Gußzement, der durch Jahrzehnte nirgendwo in dieser Güte erzeugt wurde. Nach seinem Tod ging die Fabrik in den Besitz seiner Witwe, von dieser in den seines Onkels Martin v. K. (s. d.) über. K., 1861–64 Bürgermeister von Kufstein, widmete sich als solcher besonders der Jugenderziehung und spendete eine namhafte Summe für das auf seine Initiative hin 1863 mit einer Kirche erbaute neue Krankenhaus. K., ein großer Förderer und Freund des Schützenwesens, rückte 1848 als Hptm. mit der Kufsteiner Schützenkomp. als erster des nördlichen Tirols aus, war 1849 Nationalgardenhptm., 1849–60 Oberschützenmeister, organisierte 1857 eine uniformierte Standschützenkomp. und arbeitete einen Entwurf für eine neue Schützenordnung aus. K., der 1859 als Defensionskomm. an der Durchführung des Landesverteidigungsstatutes und 1866 beim Ausrücken der Schützen mitwirkte, erhielt 1866 den Titel eines Hptm. in der Armee.

L.: M. Schlechter, A. und Franz K., Zwei Lebensbilder, 1879, S. 28 ff.; 60 Jahre Tiroler Grenzbote, 1931, S. 34; R. Granichstaedten-Czerva, Beitrr. zur Familiengeschichte Tirols, in: Schlernschriften, Bd. 131, 1954, S. 80 f.; N. Grass, Rudolf K., in: Beitrr. zur Heimatkde, des nordöstlichen Tirol, in: Schlernschriften, Bd. 138, 1954, S. 228; G. Strele, Die Anfänge der Zementindustrie in Tirol und ihre weitere Entwicklung in Österr., in: Tiroler Wirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart, Bd. 1, in: Schlernschriften, Bd. 77, 1951, S. 338 ff.; Wurzbach 28.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 332
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