Kirchbach auf Lauterbach, Karl Gf. von (1856-1939), Feldmarschalleutnant

Kirchbach auf Lauterbach Karl Graf von, General. * Gyöngyös (Ungarn), 20. 5. 1856; † Scharnstein (O.Ö.), 20. 5. 1939. Bruder des Vorigen; trat aus dem Kadetteninst. zu Eisenstadt 1871 in die Theres. Milit.-Akad. zu Wr. Neustadt ein, aus der er 1875 als Lt. zum Dragonerrgt. 5 ausgemustert wurde, 1880 Oblt., 1887 Hptm., 1893 Mjr., 1896 Obstlt., 1899 Obst., 1905 GM, 1910 FML, 1916 Gen.-Obst. Absolv. 1878–80 das Milit.-Reitlehrinst. und war 1881/82 Reitlehrer an der Brigadeoff.-Schule in Stuhlweißenburg. Nach der 1882–84 erfolgten Absolv. der Kriegsschule kam K. 1884 als Gen.-Stabsoff. zur 9. Kav.-Brigade und wurde dem Gen.-Stab, 1887 dem 5. Korpskmdo., 1890 der 17. Inf.-Truppendiv., 1891 dem Dragonerrgt. 9 und 1893 wieder dem Gen.-Stab zugeteilt. Nach 1893 fand er beim 15. Korpskmdo. in Sarajevo Verwendung, worauf er zum Gen.-Stabschef der Kav.-Truppendiv. zu Stanislau ernannt wurde. Anschließend beim 3. Korps verwendet, wurde K. 1909 Kmdt. der Kav.-Truppendiv. in Temesvar, 1911 Inspektor der Landwehrkav. und übernahm 1914 das Kmdo. des 1. Korps, mit dem er entscheidend zum Siege von Kraśnik beitrug. 1916 erhielt er das Kmdo. der 7. Armee, die nach der rumän. Kriegserklärung schwere russ. Angriffe zu bestehen hatte. 1918 wurde K. Höchstkommandierender der österr. Truppen im Gouvernement Cherson, schließlich Inspizierender der österr. Truppen an der Westfront. K., Träger vieler Auszeichnungen und ab 1914 Geh. Rat, trat 1918 i.R.

L.: A. Veltzé, Unsere Heerführer, F. 1, in: Donauland, Bd. 2, 1917, S. 273; Svoboda 2, S. 646 f., 3, S. 69; Der oberste Kriegsherr und sein Stab, hrsg. von A. Duschnitz und S. F. Hoffmann, 1908, S. 50; K.A. Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 338
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