Kisch, Gustav Oswald (1869-1938), Germanist und evangelischer Theologe

Kisch Gustav Oswald, Germanist und Theologe. * Bistritz (Bistrita, Siebenbürgen), 26. 3. 1869; † Klausenburg (Cluj, Siebenbürgen), 1. 6. 1938. Stud. an den Univ. Leipzig, Budapest, Berlin und Zürich Germanistik und Theol., 1891 Dr. phil.; 1891–97 Gymnasiallehrer in Bistritz, 1910–20 evang. Stadtpfarrer und Konsistorialrat. 1920–38 o. Prof. für dt. Philol. mit besonderer Berücksichtigung der Sprache und Literatur der Siebenbürger Sachsen an der Univ. Klausenburg. K. war der erste Siebenbürger Sachse, der auf Grund langjähriger, etymolog. und geschichtlichen Stud. das moselfränk.-rhein. Gebiet Deutschlands und Luxemburgs als Urheimat der Siebenbürger Sachsen bezeichnete. Die sprachgeschichtliche Erkenntnis der ethn. Schichtenfolge des Landes der „sieben Burgen“ gründete er auf die Ortsnamenkde. und deren lebendige Grundlagenerforschung. K. war einer der bedeutendsten Vertreter der siebenbürg. Volkskde., der vergleichenden Sprachwiss. und besonders der Mundartforschung (Nösner Mundart), sowie einer der tatkräftigsten Mitarbeiter am siebenbürg. sächs. Wörterbuch.

W.: Die Bistritzer Mundart verglichen mit der moselfränk., phil. Diss. Halle, 1893; Bistritzer Familiennamen, 1897; Nösner Wörter und Wendungen, 1900 (= Beilage zum Programm des ev. Obergymn…. Bistritz 1899/1900); Vergleichendes Wörterbuch der Nösner und moselfränk.-luxemburg. Mundart nebst siebenbürg.-niederrhein. Orts- und Familiennamenverz. sowie einer Karte zur Orientierung über die Urheimat der Siebenbürger Dt., in: Archiv des Ver. für siebenbürg. Landeskde., N.F. Bd. 33, 1905, S. 5–273; Nordsiebenbürg. Namenbuch, ebenda, N.F. Bd. 34, 1907, S. 5–153; Erloschenes Slawentum in Siebenbürgen, in: Korrespondenzbl. des Ver. für siebenbürg. Landeskde., 1924, S. 1–9, 25–41; Erloschenes Magyarentum im Siebenbürger Sachsenlande, in: Archiv des Ver. für siebenbürg. Landeskde., N.F. Bd. 42, 1924, S. 135–60; Siebenbürger im Lichte der Sprache, ebenda, Bd. 45, 1929, S. 33–328 und selbständig, 1929 (= Palaestra, Bd. 165), Reg.-Bd., 1934; German. Kontinuität in Siebenbürgen, in: Korrespondenzbl. des Ver. für siebenbürg. Landeskde., 1929, S. 129–41; Die vorsiebenbürg. Kulturentwicklung der Siebenbürger Sachsen im Lichte des Lehnwortes, in: Festgabe Ph. Strauch zum 80. Geburtstag, 1932, S. 30 ff.; Die Herkunft der Siebenbürger Sachsen, in: Siebenbürg. Vierteljahres., 1941, S. 181 ff.; etc.
L.: Siebenbürg. Vierteljahrss., 1929, 1938, 1939; Forschungen und Fortschritte, Jg. 14, 1938, S. 323 f.; K. K. Klein, Die Nösner Germanistenschule, in: Dt. kundliche Arbeiten aus dem Siebenbürg. Sächs. Inst. der kgl. ung. Franz Josephs-Univ. Klausenburg, H. 1, 1943, s. Reg.; Archiv des Ver. für siebenbürg. Landeskde. 50, 1944 (Werksverzeichnis); Kürschner, Gel. Kal., Jg. 1925–35; Kürschner, 1915 ff.; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 2–4, s. Reg.; Trausch; Wer ist’s? 1908, 1935; Mitt. V. Gondosch, Mannheim.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 349f.
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