Kisch, Wilhelm Maximilian (1827-1893), Schriftsteller und Lokalhistoriker

Kisch Wilhelm Maximilian, Schriftsteller und Lokalhistoriker. * Wien, 18. 5. 1827; † Wien, 17. 8. 1893. 1865 Hptm.-Auditor 1. Kl. Nach Austritt aus dem Militärdienst lebte er als Viennensia-Forscher, Schriftsteller und Redakteur in Wien. In seinen hist., kulturgeschichtlichen und topograph. Abhh. zeigte K. anschaulich das Werden und Wesen der Stadt und ihrer Bewohner. Mit der Smlg. von Wr. Redensarten und Sprichwörtern und deren Deutung hatte er es sich zur Aufgabe gemacht, die bereits vorliegenden reinen Sprachforschungen hist. zu ergänzen. Die möglichen Abweichungen dieser hist. Ergänzungen scheinen allerdings nicht in jedem Fall ausreichend begründet. K. sammelte die Grundlagen für seine Erklärungen auf allen Gebieten des täglichen Lebens. Als Hrsg. der Z. „Wr. Kunsthalle“, für die K. viel schrieb, zeigte er besonders als Kritiker verschiedener Veranstaltungen hohe Wertschätzung echten heim. Kulturgutes. Die Z. war von Anfang an auf die Wr. Weltausst. 1873 ausgerichtet und beendete auch mit diesem Jahr ihr Erscheinen.

W.: Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten und ihre hist. interessanten Häuser, 2 Bde., 1880–95; Die alten Straßen und Plätze Wiens, 1883; Die alten Straßen und Plätze von Wiens Vorstädten, 1885; Die Sprichwörter und Redensarten der Wiener, 1889; Hrsg.: Wr. Kunsthalle, Ws. für Kunst und Industrie, 1871–73.
L.: Eisenberg, Jg. 1893, Bd. 1; K.A. Wien.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 350
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