Kisfaludy, Sándor (1772-1844), Schriftsteller

Kisfaludy Sándor, Schriftsteller. * Sümeg, Kom. Zala (Ungarn), 25. 9. 1772; † ebenda, 28. 10. 1844. Bruder des Vorigen. Ging nach Beendigung seiner Stud. nach Wien zur ung. adeligen Leibgarde, von wo er strafweise nach Italien versetzt wurde. Nach der Belagerung von Mailand (1796) kam er in französ. Gefangenschaft und lernte im provencal. Draguignan die zeitgenöss. französ. Dichter und Petrarca kennen. Von diesem beeinflußt, faßte er seine Dichtungen in einer romanartigen Smlg. zusammen, gab diese nach seiner Heimkehr (1801) heraus und erntete damit einen bis dahin in Ungarn noch nie dagewesenen Erfolg. Seit 1801 lebte er in seinem Geburtsort als Gutsbesitzer. K. erhob sich zwar durch seine Kultur, sein literar. Interesse und seine moderne lyr. Empfindsamkeit über die Anschauungsweise seiner Umwelt, blieb jedoch durchwegs der Dichter der konservativen adeligen Welt. Er verfaßte Dramen, ritterlich-romant., den Ruhm der Vergangenheit besingende patriot. hist. Sagen, ein Tagebuch, etc. Die zweite Hälfte seines Lebens lebte er isoliert und gegen alles Neue in Literatur, Politik und Ges. rebellierend.

W.: Kesergő szerelem (Unglückliche Liebe), unter dem Ps. Himfy, 1801; Boldog szerelem (Glückliche Liebe), unter dem Ps. Himfy, 1807, dt.: Himfys auserlesene Liebeslieder, 1831; Regék a magyar előidőkből, 1807, dt.: Sagen aus der ung. Vorzeit, 1863; Eredeti magyar játékszín (Original ung. Bühne), Dramen, 2 Bde., 1825–26; K.S. hátrahagyott munkái (Nachgelassene Werke von S. K.), 4 Bde., 1870–71, 1931; K. S. minden munkái (Sämtliche Werke von S. K.), 6 Bde., 1847, 8 Bde., 1892–93.
L.: E. Császár, K. S., 1910; B. Szimon, K. S. és irói köre (S. K. und sein Schriftstellerkreis), 1932; J. Horváth, K. S., 1936; I. Fenyö, K. S., 1961; J. Pintér, Magyar irodalom története (Geschichte der ung. Literatur), Bd. 5, 1932; I. Bán-R. Gerézdi-T. Klaniczay, A magyar irodalom története (Geschichte der ung. Literatur), 1957; Pallas 10; Révai 11; Szinnyei 6; Új M. Lex. 4; Wurzbach 11.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 351
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