Klar, Rudolf Maria von (1845-1898), Verwaltungsbeamter und Philanthrop

Klar Rudolf Maria von, Verwaltungsbeamter und Philanthrop. * Prag, 17. 1. 1845; † Prag, 3. 8. 1898. Sohn des Vorigen, Enkel des Philanthropen und Philologen Alois K. (s. d.). Stud. ab 1867 an der Univ. Prag Jus. Nach Ablegung der jurid. Staatsprüfungen wurde er nach Dienstleistung bei verschiedenen Bezirkshauptmannschaften der Statthalterei in Prag zugeteilt, wo er das selbständige Referat über die Fach- und Industrieschulen leitete. 1880 übernahm er die Dion. der K.schen Blindenanstalt. 1884 wurde der bereits von seinem Vater geplante Erweiterungsbau ausgeführt und zwei getrennte Abt. für Männer und Frauen eingerichtet. Neue Beschäftigungsmöglichkeiten wurden eingeführt und die Anstalt, bis dahin vor allem zur Versorgung dienend, wurde in eine Beschäftigungsanstalt mit dem Charakter einer Gewerbeschule umgewandelt, so daß sich die meisten Zöglinge nach vollendeter Ausbildung als Handwerker, Klavierstimmer, Organisten und Musiker selbständig machen konnten. 1897 wurde ein Kindergarten für blinde Kinder angeschlossen. Über K.s Initiative vereinigten sich die österr. Blindenlehrer 1890 zum ersten österr. Blindenlehrertag in Prag, dessen Verhh. K. führte. K., der 1894 nob. wurde, widmete der Blindensache nicht nur seine geistige Kraft, sondern auch, dem Beispiel seines Vaters und Großvaters folgend, beträchtliche Summen aus seinem Vermögen.

L.: E. Wagner, Die Geschichte der K.’schen Blindenanstalt in Prag von 1832 bis 1907, 1909; 100 roku Klárova ústavu slepců v Prace (100 Jahre K.’sche Blindenanstalt in Prag), 1932; Otto 14.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 14, 1964), S. 370
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