Klein, Wilhelm (1850-1924), Archäologe

Klein Wilhelm, Archäologe. * Karánsebes (Caransebeş, Siebenbürgen), 20. 11. 1850; † Haindorf b. Reichenberg (Hejnice/Liberec, Böhmen), 2. 2. 1924. Stud. Rechtswiss. in Wien (Staatsprüfung 1871), Archäol. und Philol. in Göttingen, Wien und Graz, 1875 Dr.phil., 1875 und 1880 Studienreisen nach Griechenland, Troja, Italien, Deutschland und London. 1879 Priv. Doz. an der Univ. Wien, 1886 ao., 1892–1923 o. Prof. an der Univ. Prag. Mitbegründer der Ges. zur Förderung der dt. Wiss., Kunst und Literatur in Böhmen. Schüler A. Conzes, von F. A. O. Benndorf (s. d.) gefördert. Für Vasenkde. habilit., stellte K. erstmalig die künstler. Eigenart der Vasenmaler und die Stilentwicklung in den Vordergrund der Forschung. Vielseitig, einfallsreich und außerordentlich produktiv, behandelte er mit umfassender Denkmälerkenntnis auch Probleme der Wandmalerei und der Plastik und suchte in seiner dreibändigen „Geschichte der griech. Kunst“ eine Darstellung der gesamten Entwicklung zu geben. Besonders interessierten ihn die großen Künstlerpersönlichkeiten des 4. Jh. und die Bildwerke des dionys.-aphrodit. Themenkreises in der Epoche des Hellenismus. Auch am zeitgenöss. Kunstschaffen nahm K. regen Anteil und pflegte fördernden Kontakt mit bildenden Künstlern, Literaten und Musikern.

W.: Euphronios. Eine Stud. zur Geschichte der griech. Malerei, in: Denkschriften Wien, phil.-hist. Kl., Bd. 29, 1879, 2. Aufl. 1886; Die griech. Vasen mit Meistersignaturen, ebenda, Bd. 33, 1883, 2. Aufl. 1887; Die griech. Vasen mit Lieblingsinschriften, ebenda, Bd. 39, 1890, 2. Aufl. 1898; Praxiteles, 1898; Geschichte der griech. Kunst, 3 Bde., 1904–07; Vom antiken Rokoko, 1921; zahlreiche Abhh. u.a. in den Archäolog.-epigraph. Mitt., Jahreshe. des österr. Archäolog. Inst.
L.: Rechenschaftsber. 1924 der Dt. Ges. der Wiss. und Künste für die tschechoslowak. Republik, 1925 (mit Schriftenverzeichnis); Jahreshe. des Österr. Archäolog. Inst. 23, 1926, Beibl.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 385f.
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