Kleinhans (Klainhans), Josef Barth. (1774-1853), Bildschnitzer

Kleinhans (Klainhans) Josef Barth., Bildschnitzer. * Nauders (Tirol), 22. 8. 1774; † ebenda, 9. 7. 1853. Erkrankte im 4. Lebensjahr an Kindspocken und war seither blind. Er fing mit 12 Jahren an, Kruzifixe zu schnitzen. Mit 22 Jahren ging er für einige Wochen zu F. Nissl nach Fügen (Zillertal) in die Lehre. Von seinem Heimatort Nauders aus machte er wiederholt Wanderfahrten nach Städten und Klöstern Tirols, Bayerns und der Schweiz. Er schuf hauptsächlich Kruzifixe, angeblich über 300, doch auch Reliefs, Statuen und Büsten von Heiligen. Büsten von Zeitgenossen versuchte er porträtähnlich auszuführen.

W.: Reliefs: Ecce homo, Mater dolorosa; Büsten: Andreas Hofer, K. Franz I., Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, Innsbruck; Hl. Erasmus, Einsiedeln; Hl. Karl Borromäus, Brixen; Marienstatue, Nauders; Franziskus, Ambrasersmlg., Kunsthist. Mus., Wien; Hl. Scholastika, Hl. Benedikt, Stift Marienberg; Schmerzensmann, St.Katharinenberg, etc. Kruzifixe: Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, Innsbruck (angeblich erste Arbeit), Kirche St. Florian, Matsch, etc.
L.: J. Rungger, Der blinde Bildschnitzer zu Nauders, 1803; Volksbl. für Tirol und Vorarlberg, 1850, n. 119; Tiroler Almanach, 1803; L. v. Käsmann, Ein blinder Bildschnitzer, in: Österr. Alpenpost, 1903, S. 163ff.; Die christliche Kunst, 13, 1916/17 S. 61 ff.; A. v. Lemmen, Tirol. Künstlerlex., 1830, S. 122 f.; F. Müller-K. Klunzinger, Die Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 2, 1860; G. K. Nagler, Neues allg. Künstlerlex. 1835–52; Thieme–Becker; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; ADB; J. Weingartner, Die Kunstdenkmäler Südtirols, 2. Aufl., 3 Bde., 1951–56, s. Reg.; L. Steub, Drei Sommer in Tirol, 4. Aufl., Bd. 2, 1899, S. 20.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 388f.
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