Klemensiewicz, Zygmunt (1874-1948), Politiker und Mediziner

Klemensiewicz Zygmunt, Politiker und Mediziner. * Kománcza, Bez. Sanok (Galizien), 24. 3. 1874; † Krakau, 8. 8. 1948. Neffe 2. Grades des Politikers und Juristen Edmund K. (s. d.). Stud. an den Univ. Krakau (Jus, Naturwiss. und Med.) und Berlin (Med.). 1897–1900 Ass. an der Lehranstalt Bujwids und an der Röntgenabt. der Chirurg. Klinik in Krakau. Bereits als Student trat er in die Poln. Sozialdemokrat. Partei ein (PPSD) und gründete die Jugendvereinigung „Zjednoczenie“. Als Mitgl. des Verbandes „Związek Walki Czynnej – tajna szkoła wojskowa“ (Aktiver Kampf – geheime Soldatenschule) war er auch als polit. Agitator im Umkreis von Krakau und Zagłębie Dąbrowskie tätig. 1912 gehörte er im Auftrage der PPSD der provisor. Komm. der „Tymczasowa Komisja Skonfederowanych Stronnictw Niepodległościowych“ (Konföderierten Unabhängigkeitsparteien) an. K. redigierte das Bauernorgan „Prawo ludu“, publizierte Artikel in dem Parteiorgan „Naprzód“ und gründete den Gesangver. „Lutnia Robotnicza“. 1911 Abg. zum Reichsrat, 1914 in der I. Brigade der poln. Legionen, 1918–21 in der poln. Armee Mjr. 1918 Mitgl. der Poln. Liquidationskomm. 1919–22 Abg. zum Sejm. 1928 schied er aus der Partei und trat in den „Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem“ (Unparteilicher Block für Mitarbeit mit der Regierung) ein. 1930 Senator. 1920–27 Mitgl. des Stadtrates in Krakau. 1934–39 Dir. der Anstalt für Sozialversicherung in Krakau. 1939–45 wirkte er für die Gefangenen und wurde deshalb zweimal von der Gestapo verhaftet. Nach dem Krieg arbeitete er bis 1946 als Dir. der Anstalt für Sozialversicherung.

L.: I. Daszyński, Pamiętniki (Erinnerungen), I, 1925, II, 1926; Pamiętniki Hermana Diamanda (Hermann Diamands Erinnerungen), 1932; Niepodległość, 1930, 1, 1931, 4, 1937, 15, 1938, 18.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 395f.
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