Klinkowström, P. Josef von (1813-1876), Prediger

Klinkowström P. Josef von, S. J., Kanzelredner. * Wien, 30. 8. 1813; † St. Andrä i. L. (Kärnten), 30. 3. 1876. Sohn des Vorigen, Bruder des Folgenden und des Beamten und Publizisten Alphons Frh. v. K. (s. d.); nach Abschluß der Mittelschulstud. im Klinkowströmschen Inst. in Wien trat er 1831 in den Jesuitenorden ein. Die höheren Stud. absolv. er in Graz (Rhetorik und Phil.) und Rom (Theol.). Bis 1850 entfaltete er eine erfolgreiche Lehrtätigkeit in Tarnopol, Innsbruck, Graz und Halle a. d. Saale. Seine eigentliche Bedeutung aber lag in der Kanzelberedsamkeit. Auf diesem Gebiet wirkte er zuerst als Volksmissionar in Deutschland und Österr. und dann 20 Jahre hindurch als einer der beliebtesten und gefeiertsten Sonntagsprediger in Wien. Vor allem seine (meist einstündigen) Predigten in der Universitätskirche (1857–72) übten eine gewaltige Anziehungskraft aus; unter seinen Zuhörern war regelmäßig auch fast der gesamte k. Hof.

W.: Predigten und Christenlehren als Missionsandenken (Broschüren).
L.: A. v. Klinkowström, F. A. v. K. und seine Nachkommen, 1877, S. 404–22; G. v. Klinkowström, Geschichte derer von Klinkowström, 1889, S. 87 f.; E. Bülow, Hundert Lebensbilder aus der österr.-ung. Provinz der Ges. Jesu, 1902, S. 88 ff.; Jesuitenlex; Sommervogel; Buchberger; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; The Catholic Enc., 1910; Aktenstücke zur Geschichte der Jesuitenmissionen in Deutschland, 1903.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 413
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