Knaffl-Lenz von Fohnsdorf, Karl (1838-1922), Wirtschaftsfachmann

Knaffl-Lenz von Fohnsdorf Karl, Wirtschaftsfachmann. * Marburg a. d. Drau (Maribor, Unterstmk.), 31. 7. 1838; † Graz, 12. 4. 1922. Sohn des Oberfinanzrates Heinrich K.-L. v. Fohnsdorf (nob. 1867). Enkel des Vorigen. Gründete nach sorgfältiger prakt. Ausbildung im Handels- und Bankwesen sowie in industriellen Unternehmen 1860 gem. mit A. Lipp eine Leder -und Lacklederfabrik in Voitsberg, 1871 gem. mit dem Wr. Bankhaus M. Springer den Grazer Bankver., dessen Verwaltungsrat er bis zur Liquidierung 1876 angehörte. Große Verdienste erwarb sich K. nach der Finanzkrise von 1873 durch die Ausarbeitung eines Finanzprogrammes für die dem Konkurs verfallene Leoben-Vordernberger Eisenbahn, mit dessen Hilfe er das in der Folge unter seiner Leitung stehende Unternehmen nicht nur sanieren, sondern einem bedeutenden Aufstieg zuführen konnte. K., ab 1875 Mitgl., später Vizepräs. der Grazer Handels- und Gewerbekammer, Landtagsabg. und Verwaltungsrat verschiedener Unternehmen, nahm regen Anteil am polit. Leben und setzte sich für die Wahrung des dt. Besitzstandes ein. Er veröff. in der Grazer Tagespost zahlreiche Aufsätze über Fragen der Wirtschaft, von denen jener vom 14. 1. 1876 hervorzuheben ist, da er sich darin als erster für die Verstaatlichung der österr. Eisenbahnen einsetzte.

L.: N. Fr. Pr. und Wr. Ztg. vom 13. 4. 1922; Kleine Ztg. vom 12. 4. 1922; Grazer Tagespost vom 13. 4. 1922; Mitt. W. Kammerlander, Graz.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 430
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