Kniep, Julius von (1855-1914), Wirtschaftsfachmann

Kniep Julius von, Wirtschaftsfachmann. * Hannover, 18. 6. 1855; † Hinterbrühl (N.Ö.), 30. 6. 1914. Sohn eines kgl. hannoveran. Oberfinanzrates, der nach der Entthronung seines Fürsten mit diesem nach Österr. kam. Trat 1870 als kaufmänn. Lehrling in das Großhandelshaus Schoeller & Co ein, wo er bis 1910, zuletzt als Prokurist, wirkte und sich hier dem Zuckergeschäft widmete. Als die Zuckerabt. der Fa. von der Bodenkreditanstalt in eine AG umgewandelt wurde, trat er als Leiter dieser Abt. in den Dienst jenes Geldinst., wo er zuletzt Dir. war. K., der über ein bedeutendes Organisationstalent und großes Verhandlungsgeschick verfügte, stand an der Spitze der Verwaltung mehrerer großer Zuckerfabriken, wo er neben der rein kaufmänn. Tätigkeit auch für den techn. Fortschritt Sorge trug. Als eines der einflußreichsten Mitgl. des Zentralver. für die Rübenzuckerindustrie Österr.-Ungarns erwarb er sich nachhaltige Verdienste um diesen Industriezweig durch die kartellmäßige Organisation desselben, der in wirtschaftlich schwerer Zeit entscheidende Bedeutung zukam. Daneben widmete sich K. auch anderen Industriezweigen und war u. a. Präs. des Verwaltungsrates der Papierfabriks- und Verlagsges. „Elbemühl“. 1898 nob.

L.: Wr. Ztg. und N. Fr. Pr. vom 1. 7. 1914; Die Industrie, Jg. 1914, n. 24, S. 7; Österr.-ung. Z. für Zuckerindustrie und Landwirtschaft, Jg. 43, 1914, S. 671 ff.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 439f.
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