Knoch, Gottlieb (1859-1925), Fabrikant

Knoch Gottlieb, Fabrikant. * (Zürich-) Wipkingen, 9. 12. 1859; † Wietersdorf (Kärnten), 7. 12. 1925. Bruder des Folgenden.Übernahm bereits mit 19 Jahren das väterliche Mustergut „Neuhaus“ in Wipkingen, folgte aber nach dem Tod des Vaters und nach Verkauf des Gutes seinem Bruder Philipp K. (s. d.) nach Kärnten, als dieser 1892 die Mühlbauerhube zu Wietersdorf im Görtschitztal erworben hatte. 1893 gründeten beide dort die „Wietersdorfer Portland- und Roman-Cementwerke“, deren techn. Leitung K. übernahm. Mit unermüdlichem Fleiß arbeitete er an der Vervollkommnung des erzeugten Portlandzements und an der ständigen Vergrößerung des Werkes, das zu einem der bedeutendsten Betriebe dieser Branche in Österr. ausgebaut werden konnte. 1909–12 wurden in Wietersdorf die „Alpenländischen Asbestschieferwerke Durit“ errichtet, welche die neuartige Fabrikation von Asbestzementrohren aufnahmen. 1920 wurde in Wietersdorf durch Mischung von Mergel und Kalk die künstliche Portlandzementherstellung eingeführt. Als der unentwegt tätige Gottlieb K. 1925 bei seinem täglichen Fabriksrundgang durch einen unglücklichen Sturz das Leben verlor, hatte der Beschäftigtenstand der Werke 353 Mann erreicht.

L.: Kärntner Tagbl. vom 10. 12. 1925; G. K. zum Gedenken, 1959; Wietersdorfer-Werke, 1964; K. Dinklage, Kärntens gewerbliche Wirtschaft von der Vorzeit bis zur Gegenwart, 1953, S. 408; Sektion Kärnten des Bundes österr. Industrieller 1902–1912, S. 29; Summar.) Ber. der Kärntner Handels- und Gewerbekammer . . . 1918, 1923–25; Großindustrie Österr., 1898, II, S. 16.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 443
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