Knolz (Knolc, Knotz), Joseph Johann (1791-1862), Mediziner

Knolz (Knolc, Knotz) Joseph Johann, Mediziner. * Luttenberg (Ljutomer, Unterstmk.), 2. 3. 1791; † Wien, 12. 6. 1862. Stud. an der Univ. Wien, 1820 Dr. med. und Ass. an der Medizin. Klinik für Wundärzte in Wien, 1821–30 Prof. der theoret. und prakt. Med. an der med.- chirurg. Lehranstalt am k. k. Lyzeum in Salzburg und Primararzt des Johannes-Spitals sowie des Irrenhauses in Salzburg, 1830 Prof. der allg. Pathol. und Pharmakol. an der Univ. Wien. 1831 Referent der k. k. niederösterr. Landesregierung für Cholera-Angelegenheiten. 1833 Protomedicus und wirkl. Regierungsrat als Sanitätsreferent bei der niederösterr. Regierung. K. beteiligte sich an der Redaktion der Medizin. Jbb. des österr. Staates, war Mitbegründer und 1855–58 Hauptredakteur der „Österreichischen Zeitschrift für praktische Heilkunde“, welche das Doktorenkollegium der medizin. Fak. in Wien 1855 herauszugeben begann und redigierte während der Dauer der Cholera im zweiten Halbjahre 1854 das „Wiener medizinische Notizenblatt“, welches nach Aufhören der Seuche mit der 10. Nummer eingestellt wurde. K. erwarb sich außerordentliche Verdienste um das Sanitätswesen.

W.: Naturhist. Abhh. über die Blutegel und ihren medicin. Gebrauch, 1820; Systemat. Einteilung der Fieber als Leitfaden zur Diagnostik derselben am Krankenbette, tabellar. zusammengestellt, 1827; Darstellung der Medicinal-Verfassung in den k. k. Staaten Österr. in Beziehung auf den Wirkungskreis der Kreiswundärzte, der Civil-, Stadt- und Landwundärzte, 1829; Darstellung der Brechruhr-Epidemie in der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien, wie auch auf dem flachen Lande in Österr. unter der Enns in den Jahren 1831 und 1832, 1834; Institutiones medicae hygienes et semiotices generalis usui academico adcommodatae, 1835; Darstellung der Humanitäts- und Heilanstalten im Erzherzogtume Österr., unter der Enns als Staatsanstalten und Privatwerke, nach ihrer dermaligen Verfassung und Einrichtung, 1840; Darstellung der Verfassung und Einrichtung der Baumwoll-Spinnerei-Fabriken in N.Ö., mit besonderer Beziehung auf die moral.-intellektuelle und phys. Erziehung der daselbst verwendeten Kinder und die diesfalls bestehenden gesetzlichen Vorschriften, 1843; Das Stottern und die Mittel zu dessen Heilung vom medicin. und medicin.-polizeilichen Standpunkte betrachtet, 1857; Hrsg.: Ph. K. Hartmann, Institutiones medicae Therapiae generalis, 1835; Smlg. der Sanitäts-Verordnungen für das Erzherzogtum Österr. unter der Enns, Bd. 7–11, 1834–47; Dt. Z. für die Staatsarzneikde., mit vorzüglicher Berücksichtigung der Strafrechtspflege in Deutschland und Österr. (Erlangen), gem. mit P. J. Schneider und J. H. Schuermayer.
L.: Wr. Ztg. vom 13. 6. 1862; Österr. Medizinalkalender, 1861, S. 117; Mitt. des Musealver. für Krain, 1902, S. 131–35, 176–81; Hirsch; Wurzbach; ADB; Kosch, Das kath. Deutschland; SBL 1; P. Slezak, Geschichte der österr. Sanitätsverwaltung, 1956, S. 34, 36; Lesky; B. Breitner, Geschichte der Med. in Österr., 1951, S. 169; C. Ozlberger, Die medizin.-chirurg. Lehranstalt zu Salzburg. Ihre Entwicklung aus der vormaligen Univ. und ihr gegenwärtiger Bestand, 1864.
(Prašelj-Slezak)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 1
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