Knothe, Franz (1847-1909), Lokalhistoriker und Mundartforscher

Knothe Franz, Lokalhistoriker und Mundartforscher. * Markersdorf (Markvartice, Böhmen), 30. 11. 1847; † Budweis (České Budějovice, Böhmen), 15. 3. 1909. Stud. Germanistik, Geschichte und Geographie an der Dt. Univ. Prag, und unterrichtete nach der Lehramtsprüfung ab 1877 am Dt. Gymn. in Prachatitz, 1878 wurde er Prof. an der Dt. Lehrerbildungsanstalt in Trautenau, 1885–89 unterrichtete K. in Eger und 1889–97 in Prag. Ab 1897 wirkte er als Dir. an der Dt. Lehrerbildungsanstalt in Budweis. Neben seinem Lehrberuf beschäftigte sich K. mit der Erforschung der böhm. Lokalgeschichte und Dialektkde. Sein Hauptwerk, die Anlage eines Wörterbuches der Mundart der Böhmerwalddt., das bereits zu einer umfangreichen, aus dem lebenden Sprachgut gewonnenen Smlg. gediehen war, blieb ungedruckt, wurde jedoch als Manuskript von der Akad. der Wiss. in Wien übernommen. K.s Forschungsergebnisse werden in das von der Akad. nunmehr hrsg. Bayer.-Österr. Wörterbuch als Quelle für die Mundart Südböhmens mit verarbeitet.

W.: Die Markersdorfer Mundart. Ein Beitr. zur Dialektkde. Nordböhmens, 1896; Aus meinem Fehlerbuche. Betrachtungen auf dem Gebiete der Grammatik, Stilistik und Methodik der dt. Sprache, 1897; Wörterbuch der Böhmerwald-Mundart (Manuskript).
L.: Mitt. E. Kranzmayer, Wien.
(Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 2f.
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