Kočevar, Štefan (1808-1883), Schriftsteller und Politiker

Kočevar Štefan, Schriftsteller und Politiker. * Polstrau (Središče, Unterstmk.), 14. 8. 1808; † Cilli (Celje, Unterstmk.), 22. 2. 1883. Stud. 1829–35 an der Univ. Wien Med., 1835 Dr.med. und Bezirksphysikus in Windischlandsberg. Ab 1852 lebte er in Cilli, 1877 k. Rat. Schon als Student hatte K. in Graz Kontakt mit L. Gaj (s. d.) und D. Demeter (s. d.), war mit S. Vraz eng befreundet und unterstützte ihn und das illyr. Programm geistig und materiell. Ab 1833 verwendete er als Schreibart die Gajica und übernahm in Windischlandsberg den Vertrieb von illyr. Drucken, von Werken Vraz und der „Kranjska čbelica“. K., der sich als Lokalpolitiker für die literar. Verschmelzung von Slowenen und Kroaten sehr einsetzte, war in Windischlandsberg und Cilli im Mittelpunkt des slowen. polit. und kulturellen Lebens; Mitgl. des Stadtrates von Cilli, vertrat er nach der Märzrevolution 1848 einige Städte des Marburger Bezirkes im provisor. Landtag für die Stmk.

W.: Dialektgedichte; Slovenska mati (Slowen. Mutter), 1882; etc.
L.: Ljubljanski zvon, 1883; Slovenec, 1883, n. 25; Jutro, 1933, n. 43; B. Flegerič, Dr.Št. K., 1890; Fr. Kovačič, Trg Središče (Markt Polstrau), 1910, S. 252–54; F. Petré,Poizkus ilirizma pri Slovencih (Versuch des Illyrismus bei den Slowenen), 1939, S. 12 ff.; Zgodovina slovenskega slovstva (Geschichte der slowen. Literatur) II, 1959; SBL 1; Enc.Jug. 5. Otto 14.
(Prašelj)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 12
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