Koch, Heinrich (1781-1861), Architekt und Kunsthandwerker

Koch Heinrich, Architekt und Kunstgewerbler. * Maikammer b. Speyer, 24. 12. 1781; † Bernstein (Burgenland), 1. 7. 1861. Schüler der Wr. Akad. der bild. Künste. Führte während seiner Tätigkeit in Wien den Titel eines k. k. Architekten und eines Kinskyschen Hofarchitekten. Er plante und erbaute zahlreiche Schlösser, Herrensitze und Palais, tw. mit dem zugehörigen engl. Garten und entwarf auch Wohnungseinrichtungen im Empirestil sowie Uhren und Leuchter. K., der seine Haupttätigkeit in Böhmen entfaltete, hielt bei der Gestaltung seiner Bauten an klassizist. Formen fest. Sein Sohn Heinrich K. (* Wien, 17. 9. 1840; † Budapest, Mai 1889), der in Wien und Berlin stud. hatte, ging zum Historismus über. Er wirkte dann als Bauleiter einer gem. mit seinem Schwager A. Skalnitzky betriebenen Fa. in Budapest.

W.: Herrensitz des Gf. A. Sztáray, Nagymihály, Kom. Zemplén, vor 1810; Schloß Černikowitz, Böhmen, 1822–25; Villa Kinsky unter dem Petřin, Prag-Smichow, 1827–21; Neues Schloß in Kosteletz, Böhmen, 1829–35; Palais Clam-Gallas, Wien IX., 1834 (Pläne in der Albertina Wien); Gruft Kinsky in Budenitz, Böhmen, 1836–1840; Umbaupläne für Schloß Budenitz, Böhmen, 1840; Dietrichsteinsche Gruft, Nikolsburg, 1844–56: Bauten für Gf. Károlyi in Budapest, in Fót, Kom. Pest, und Parád, Kom. Heves; Schlößchen für Gf. J. Dessewffy, Szentmihály b. Tokaj (Entwürfe im Kunstgewerbemus. Budapest).
L.: Thieme–Becker; Památky archeologické, Bd. 8, 1870, S. 515; Časopis společ. přátel starožitnosti česk. v Praze, Bd. 22, 1914, S. 4; Kunst und Kunsthandwerk, Bd. 18, 1915, S. 44, 53; Topographie der hist. und Kunstdenkmale im Königreich Böhmen, Bd. 20; Die bildende Kunst in Österr. 6; Biblos, Jg. 10, 1961, S. 143; A. Zádor–J. Rados, A Klassicizmus épitészete Magyarországon, 1943; R. K. Donin, Die Baukunst des Klassizismus und der Romantik in Wien und N.Ö., in: Zur Kunstgeschichte Österr. Ges. Aufsätze, 1952, S. 329; Courrier de l’art, Bd. 9, 1889, S. 168 (H. K. d. J.).
(Wacha–Wagner-Rieger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 16
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