Köck (Keck), Michael (1760-1825), Maler

Köck (Keck) Michael, Maler. * Innsbruck, 29. 8. 1760; † Rom, 21. 11. 1825. Erhielt seine erste Ausbildung bei dem Zeichenlehrer P. Denifle in Innsbruck. Durch Fürsprache von Gf. Franz Enzenberg kam er 1777 zu seinem Landsmann M. Knoller nach Mailand in die Lehre. 1784 ging er mit einem österr. Künstlerstipendium nach Rom, wo er ständigen Aufenthalt nahm. 1790 gründete er gem. mit F. Giani die Accademia d’emulazione delle Belle Arti. 1814 wurde er Mitgl. der Accademia di San Luca in Rom. 1814 Inspektor, später Vizedir. der päpstlichen Mosaikanstalt, 1817 Mitgl. der Congregazione dei Virtuosi am Pantheon. Anfänglich noch im Geschmack des Frühklassizismus arbeitend, nahm K., ein guter Kopist, später die konventionelle Malweise der napoleon. Zeit mit Vorliebe für hist.-mytholog. Themen an. Er wurde mehrfach vom Vatikan mit der Restaurierung von Fresken und Mosaiken (u. a. 1818/19 Restaurierung der Fresken Domenicchinos in S. Andrea della Valle, der Mosaiken der Kuppel von St. Peter, der Fresken Passeris in S. Spirito dei Napoletani) beschäftigt. Von seinen Söhnen war Raffael (* 1809) als Baumeister und Bildhauer, Francesco (* 1800) als Maler tätig. Sein Bruder Johann K. war Gehilfe M. Knollers in Ettal (1785) und im Palais Taxis in Innsbruck (1785/86), später Zeichenmeister in Venedig und ab 1805 als polit. Beamter in Lemberg tätig.

W.: mehrere Ölbilder nach M. Knoller; Selbstporträt; Entwurf zu einem Mosaiktisch für Papst Leo XII (Szenen aus dem Leben des Achill) etc., Tiroler Landesmus. Ferdinandeum, Innsbruck; Grisaillebilder Apostel Simon und Thaddäus, 1818, Capella Paolina, Quirinal, Rom; Kopie der Grablegung Caravaggios in Mosaik, S. Maria in Vallicella, Rom; etc.
L.: Hormayrs Archiv, 1826, S. 206; Neue Z. des Ferdinandeums, Bd. 1, 1835, S. 93; Thieme–Becker; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; H. Hochenegg, Die Tiroler Kupferstecher, in: Schlernschriften 227, 1963, S. 69, 118; F. Noack, Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters, Bd. 2, 1927, S. 324.
(Weingartner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 30
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