Koettstorfer (Köttstorfer), Josef (1835-1910), Marinebeamter und Naturwissenschaftler

Koettstorfer (Köttstorfer) Josef, Marinebeamter. * Steinhaus b. Wels (O.Ö.), 1. 2. 1835; † 24. 9. 1910. Absolv. 1854–59 den höheren Lehrkurs an der med.-chirurg. Josefs-Akad., wurde 1860 Dr. der gesamten Heilkde. und erhielt die Lehrbefähigung für Chemie an Oberrealschulen und für Physik an Unterrealschulen. 1859 provisor. Oberarzt beim Armeefeldspital 4, wurde er im gleichen Jahre an die Josefs- Akad. transferiert, wo er 1859–65 Ass. für Chemie war und 1860 die Dozentur für Chemie erhielt. 1865/66 wirkte er am Garnisonsspital I (Wien), kam im letzteren Jahre zum Kürassierrgt. 10, aber noch im gleichen Jahr wieder an das Garnisonsspital I (Wien). 1866 Rgts.-Arzt, wurde er 1869 als Lehrer der Chemie und Naturgeschichte an die Marineakad. in Fiume berufen, wo er auch Vorstand des chem. Laboratoriums und des Naturhist. Kabinetts war, 1872 zum Prof. ernannt wurde und bis 1895 wirkte. K., korr. Mitgl. der Geograph. Ges. zu Lissabon, war ein ausgezeichneter Lehrer und Forscher und führte zahlreiche wiss. Experimente durch. Er beteiligte sich 1886/87 an den Stud. zur Verbesserung der Wasserversorgung der Stadt Fiume, wobei er sich durch die von ihm vorgenommenen chem.-bakteriolog. Untersuchungen der Gewässer große Verdienste erwarb. 1887 befaßte sich K. auch mit der Prüfung der von den Breyerschen Mikromembranfiltern gelieferten Filtrate für die Zwecke der Marineakad. und arbeitete ein Lehrbuch für Chemie zum speziellen Gebrauch in der Marine aus.

W.: Analyse der Mineralquellen des Herkulesbades nächst Mehadia, in: Sbb. Wien, math. nat. Kl., Bd. 64/2, 1871; Ber. an die k. u. Seebehörde in Fiume über physikal. Untersuchungen längs der Ostküste des adriat. Meeres, gem. mit J. Wolf und J. Luksch, 4 He., 1877–78; Nachweis von Jod im Meerwasser, in: Z. für analyt. Chemie, Jg. 17, 1878; Neue Methode zur Untersuchung der Butter auf fremde Fette, ebenda, Jg. 18, 1879; Leitfaden der Chemie für den Unterricht an der k. u. k. Marine-Akad., 1894; etc.
L.: K. A. Wien.
(Hillbrand E.)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 52
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