Kofler, P. Johann Ev. (1875-1931), Seelsorger

Kofler P. Johann Ev., S. J., Seelsorger. * Pfunders (Südtirol), 13. 12. 1875; † Wien, 6. 11. 1931. Nach Absolv. des Gymn. in Brixen trat er 1896 in St. Andrä i. Lavanttal in die Ges. Jesu ein, stud. Phil. in Tyrnau und Theol. in Innsbruck. 1904 Priesterweihe. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Erzieher im Konvikt zu Szatmár (Rumänien) war er 1906–07 wieder in St. Andrä. Dort machte er zuerst das Ordensterziat und war dann Mitarbeiter des Novizenmeisters. In den folgenden sechs Jahren war er in Rom im Generalat des Ordens als Substitut für die dt. Assistenz tätig. 1915–18 und 1926–31 war er Superior der Jesuitenresidenz an der Universitätskirche in Wien. 1918–24 war er Superior bzw. Rektor des Noviziatshauses in St. Andrä. 1924–26 verwaltete er die wirtschaftlichen Angelegenheiten der Ordensprovinz. K. war ein tüchtiger und allseits geschätzter Oberer, ein erfahrener Wirtschaftsfachmann und zugleich ein sehr eifriger und erfolgreicher Seelsorger. Während der Nachkriegswirren und der jugoslaw. Invasion im Lavanttal gelang es seiner Umsicht und Tatkraft, die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen. Seine Erfahrung und weitblickende Planung trug viel zum wirtschaftlichen Wiederaufbau im mittleren Lavanttal bei. Durch eine an den Ordensprovinzial entsandte Abordnung erreichte die Stadtgemeinde St. Andrä 1921, daß K. in den Gemeinderat gewählt werden durfte. 1924 sollte eine weitere Abordnung ihn vom Provinzial als Bürgermeister erbitten. Dieses Ansuchen wurde jedoch abgelehnt.

L.: Nachrichten der österr. Provinz S.J. Oktober-Dezember 1931, S. 1–2; Archiv der österr. Provinz S.J., Wien.
(Pinsker)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 56
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