Kohl, Franz Friedrich (1851-1924), Entomologe und Volksliedforscher

Kohl Franz Friedrich, Entomologe und Volksliedforscher. * St. Valentin a. d. Haid (Südtirol), 13. 1. 1851; † Traismauer (N.Ö.), 15. 12. 1924. Stammte aus dem alten Freibauerngeschlecht der Khol zu Unterinn auf dem Ritten. Früh verwaist, auf sich selbst angewiesen, stud. er an der Univ. Innsbruck Naturwiss., legte 1875 die Lehramtsprüfung ab, war drei Jahre Supplent, dann bei Saussure in der Schweiz mit hymenopterolog. Arbeiten beschäftigt. 1882 im k. k. zoolog. Hofkabinett in Wien, 1885 im Naturhist. Mus. in Wien angestellt. K. verfaßte über 80 Arbeiten zur Hymenopterol. und baute die entsprechende Smlg. des Mus. auf. 1920 i.R. 1921 Hofrat, lebte dann in Traismauer. Als Volksliedforscher gehörte er zunächst dem Kreis J. Pommers an, gründete aber 1903 mit J. Reiter den Dt. Volkslied-Ver. in Wien. 1905 wurde er mit E. K. Blümml bekannt. 1905–11 gehörte er dem Volkslied-Arbeitsausschuß Tirol-Vorarlberg des ministeriellen Volkslied-Unternehmens an.

W.: Echte Tiroler-Lieder, unter Mitwirkung mehrerer Freunde, 1899, dazu 3 Nachlesen 1900, 1903, 1907; Heitere Volksgesänge aus Tirol (Tisch- und Gesellschaftslieder). Mit Singweisen, in: Quellen und Forschungen zur dt. Volkskde., hrsg. von E. K. Blümml, Bd. 1, 1908; Die Tiroler Bauernhochzeit. Sitten, Bräuche, Sprüche, Lieder und Tänze mit Singweisen, ebenda, Bd. 3, 1908; Echte Tiroler-Lieder, im Volke ges. und für das Volk eingerichtet, gem. mit J. Reiter, 2 Bde., 1913–15; zahlreiche Beitrr. in: Das dt. Volkslied 1–5, 1899–1903; etc. Hrsg.: gem. mit J. Reiter, Liederhe. des Dt. Volkslied-Ver. in Wien 2, 1905, 5, 1907, 6, 1908.
L.: Autobiographie, 1911 (Manuskript in der Smlg. Klier, Wien); A. A. Naaff, Ein dt. Volkslied-Wardein in der Ostmark (zum 60. Geburts-Gedenktage), in: Dt. Sängerbundesztg. III, 1911, S. 69–71; Dt. österr. Tagesztg. vom 19. 12. 1924; Z. Das dt. Volkslied 27, 1925, S. 1 f.; Der Schlern 6, 1925, S. 33–37, 22, 1949, S. 4–7; Tiroler Heimatbll. 24, 1949, S. 192–194.
(Klier)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 16, 1966), S. 59f.
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