Komlósy (Komlóssy), Franz (1817-1892), Maler

Komlósy (Komlóssy) Franz, Maler. * Temesvár (Timişoara, Banat), 17. 12. 1817; † Wien, 14. 7. 1892. Zunächst Privatschüler F. G. Waldmüllers in Wien, stud. er ab 1839 an der Wr. Akad. der bildenden Künste. Von Wien aus beschickte K. 1845 die Ausst. in Pest mit Landschaftsbildern, schuf auf einer Reise in die Gegend von Herkulesbad im Banat Vorzeichnungen zu Lithographien A. Kaisers (s. d.) und hielt sich 1847/48 in Temesvár auf. K. arbeitete 1850/51 in Prag, dann wieder in Pest, wo er häufig auf Ausst. vertreten war, und etwa ab 1861 wieder in Temesvár, wo er eine Privatmalschule unterhielt. Nach seiner Übersiedlung nach Wien (1865) entstanden hauptsächlich Blumenstücke. Ab 1889 hatte er ein Nervenleiden. Seine Tochter Irma K. (* Prag, 30. 8. 1850), ab 1868 Erzieherin in Ungarn, erhielt ihre Ausbildung ab 1872 bei F. Sturm an der Wr. Kunstgewerbeschule und brachte es besonders in der Blumenmalerei zur Meisterschaft. Sein Sohn Franz K. d. J. (* Türk. Kanizsa, 1857) widmete sich der Dekorationsmalerei, war für verschiedene Bühnen in Europa und vor der Jahrhundertwende auch in New York tätig, sein jüngerer Sohn Eduard K. (* Türk. Kanizsa, 1862) stud. an den Akad. in Wien (Griepenkerl, s.d.) und Budapest (G. Benczúr), schuf Genrebilder, später ausschließlich Porträts, besonders von Angehörigen der Wr. (1902 und 1910 auch der amerikan.) Ges. und lebte dann zurückgezogen in Oberwolfsbach (N.Ö.).

W.: Partie aus dem Bakonyer Wald, Mus. der schönen Künste, Budapest; Blumenstücke, Hist. Mus., Temesvár; Rosen-Album, 100 Rosenvarietäten und Hybriden aus dem Schönbrunner Park, 1868–72; Rosen, 1883; etc.
L.: Thieme–Becker; Das geistige Ungarn; A. Martinez, Wr. Ateliers, Bd. 1, 1893, S. 51 ff.; Wurzbach; Révai 11.
(Wacha)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 17, 1967), S. 102
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