Konried, Julius (1853-1927), Journalist

Konried Julius, Journalist. * Wien, 27. 11. 1853; † Wien, 13. 1. 1927. Stud. Phil. an der Univ. Wien. 1873 trat er unter Landsteiner in die Redaktion der „Morgenpost“ ein. 1881 begründete er gem. mit Th. Hertzka (s. d.) die „Wiener Allgemeine Zeitung“. K. war Korrespondent des „Daily Telegraph“ und der „Bohemia“. Ab 1. 12. 1886 leitete er die Lokalredaktion des „Neuen Wiener Tagblattes“. Seine Berichterstattung über den Ringtheaterbrand am 2. 12. 1881 diente als wertvoller Aktenbehelf gegen die Schuldigen der Katastrophe bei der Gerichtsverhandlung. K. hat nach dem ungeklärten Tod des bayr. Kg. Ludwig im Starnberger See als erster unter allen europ. Journalisten die authent. Darstellung im „Neuen Wiener Tagblatt“ veröff. und sich den Unmut des bayr. Staatsmin. zugezogen. Seine Berr. über den Königsmord in Belgrad, die Pariser Weltausst., die Erdbebenkatastrophe in Messina haben seine Feder berühmt gemacht. K. war der Bruder des Begründers und Chefarztes der Edlacher Kuranstalt, Dr. Albert K. (1867–1918).

W.: Originelle Menschen aus der guten alten Zeit, 1926.
L.: Neues Wr. Abendbl. vom 13. 1., Neues Wr. Tagbl. vom 15. und 16. 1. 1927; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Nagl–Zeidler–Castle 3, S. 886.
(Paupié)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 17, 1967), S. 108f.
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