Kornfeld, Aron (1795-1881), Talmudist

Kornfeld Aron, Talmudist. * Goltschjenikau (Golčův Jeníkov, Böhmen), 2. 8. 1795; † ebenda, 26. 10. 1881. Urgroßvater des Folgenden, Onkel des Bankfachmannes Siegmund Baron K. (s. d.); Inhaber einer Branntwein-Brennerei, leitete die von seinem Vater Mordechai Bär K. in Goltschjenikau begründete Talmudschule (Jeschiba) von 1813 bis zu ihrer Schließung 1843; sie war die letzte derartige Lehranstalt in Böhmen und so galt auch K. als der letzte Vertreter der traditionellen jüd. Religionswiss. in Böhmen. Seine Schrift über bibl. Hinweise auf entsprechende talmud. Sätze verfaßte er nach einer Staroperation aus dem Gedächtnis.

W.: Dialog zwischen einem reformist. Jüngling und seinem konservativen Vater, in: Schomer Zijon ha-neeman (Etlingers Monatss.), 1847; Zijunim le-dibre ha-kabbala (Hinweise zu Sätzen der Überlieferung), 1865.
L.: M. H. Friedländer, Leben und Wirken der hervorragendsten rabbin. Autoritäten Prags, 1902, S. 51–58; Jüd. Lex.; Jew. Enc.; Wininger; Wurzbach; Enc. Jud.; Mitt. S. Wininger (†), Ramat-Gan, Israel.
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PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 17, 1967), S. 131
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