Koželuch, Katharina; verehel. Cibbini (1785-1858), Musikerin und k. Kammerfrau

Koželuch Katharina, Musikerin und k. Kammerfrau. * Wien, 20. 2. 1785; † Reichstadt (Zákupy, Böhmen), 12. 8. 1858. Tochter des Folgenden; erhielt ihre musikal. Ausbildung durch M. Clementi und ihren Vater, der ihre pianist. Fähigkeiten schon 1798 rühmend hervorhebt. Spätestens ab 1805 trat sie mit großem Erfolg auch in der Öffentlichkeit auf. 1809 heiratete sie den Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. A. Cibbini (* Telve, 1. 10. 1763; † Brünn, 5. 12. 1836), der krank und verschuldet ab 1832 im Spital der Barmherzigen Brüder in Brünn lebte. 1831 ernannte K. Franz (s. d.), anläßlich der Vermählung des Kronprinzen Ferdinand mit Prinzessin Maria Anna von Sardinien, K. zu deren erster Kammerfrau. In den Ereignissen von 1848 spielte sie als bekämpfte Exponentin der reaktionären Kräfte eine nicht unbedeutende Rolle. Auf Wunsch der Kn. Maria Anna wurde sie 1851 wegen „vorgerückten Alters“ und ihrer „häufigen Kränklichkeit“ vom Dienst als Kammerfrau enthoben und zur Vorleserin ernannt, welches Amt sie bis zu ihrem Tode innehatte.

W.: 3 Divertimenti für Klavier; 4 Variationen für Klavier; Trio für 2 Klaviere und Violoncello; 12 Walzer für Klavier; 2 Polonaisen für Klavier; Impromptu für Klavier; Marsch für Klavier.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart (mit Werkverzeichnis); Riemann; ADB; Kosch, Das kath. Deutschland; E. Vehse, Geschichte des österr. Hofs und Adels und der österr. Diplomatie, 1852, Bd. 10.
(Flamm)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 17, 1967), S. 178
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