Kramer, Friedrich (1843-1911), Heimatforscher

Kramer Friedrich, Heimatforscher. * Bistritz (Bistrita, Siebenbürgen), 29. 1. 1843; † ebenda, 7. 7. 1911. Stud. nach Ablegung der Matura (1861) und kurzer Tätigkeit als Hauslehrer 1862–65 an der Univ. Wien Evang. Theol. und nebenbei an der phil. Fak. Geschichte, Geographie und Germanistik. Kam 1865 als Erzieher nach Bethlen und wirkte ab 1866 als Lehrer an der Evang. Knabenelementarschule Bistritz, dann am Gymn., dessen Dir. er 1875 wurde. K., ab 1882 Pfarrer von Heidendorf, bildete mit J. G. und A. Bertleff die 1. nordsiebenbürg. Germanistengeneration, die Vorläuferin der „Nösner Germanistenschule“, welche sich besonders der Wortsmlg. und Wortdeutung widmete. K.s Verdienst liegt dabei hauptsächlich im Sammeln, Bewahren und in der Weitergabe wertvollen Sprachmaterials, welches tw. erst von den jüngeren Forschern, wie z. B. Keintzel (s. d.), ausgewertet wurde. K. widmete sich ferner auch der Lokalgeschichte, zu welcher er einige interessante Beiträge lieferte.

W.: Idiotismen des Bistritzer Dialectes, in: Programm des Evang. Obergymn. A. B. . . . Bistritz, 1875/76, S. 1 ff., 1876/77, S. 84 ff.; Beitrr. zur Geschichte der Militarisierung des Rodnaer Thales, ebenda, 1879/80, S. 3 ff.; Bistritz um die Mitte des 16. Jhs., in: Archiv des Ver. für Siebenbürg. Landeskde., 1887, S. 28 ff.; etc. Hrsg.: M. Kramer, Beitrr. zur Geschichte der Stadt Bistritz in den Jahren 1600–1603, ebenda, 1875, S. 396 ff.
L.: Bistritzer Ztg., 1911, n. 29; K. Molitoris, F. K. (1843–1911). Ein Gedenkbl. zu seinem 100. Geburtstag, 1943; K. K. Klein, Die „Nösner Germanistenschule“, in: Deutschkundliche Arbeiten aus dem siebenbürg.-sächs. Inst. der kgl. ung. Franz-Josephs-Univ. Klausenburg 1, 1943, s. Reg.; Trausch.
(Red.)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 18, 1968), S. 204f.
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