Krempl, Josef (1862-1914), Mundartschriftsteller

Krempl Josef, Mundartdichter. * Obertrattnach b. Taufkirchen (O.Ö.), 11. 2. 1862; † Wien, 4. 4. 1914. Bauernsohn; nach Lehrjahren (Malerei) in Steyr und Wanderjahren in Deutschland, Frankreich und der Schweiz trat er 1894 in die Steyrer Waffenfabrik ein. Leiter der Lackierwerkstätte. Den ersten Erfolg hatte er mit einem aktuell-polit. Gedicht über die Zuckersteuer. K., der dramat. Dichtungen für das Steyrer Stadttheater schrieb, übersiedelte 1901 nach Linz, wo er die Schriftleitung der Z. „Deutscher Michl“ übernahm. 1908 gründete er eine eigene Z. „Deutscher Humor“, die aber bald einging. Ab 1909 lebte er in Graz, dann in Wien.

W.: Meine Landsleut’, 1903, 5. Aufl. 1924; Bilder aus dem Volksleben, 1905; Landluft, 1907, 2. Aufl. 1910, Neuaufl. 1921; Hoamatg’läut’, 1913; Aus’n Löbn griffn. Humorist. Prosabilder aus dem Volksleben in oberösterr. Mundart, 1913; Lándlágmüat, Dichtungen in oberösterr. Mundart, 1919; Stud. aus dem oberösterr. Volksleben, 1921; Mei Oberösterr. (Lied), vertont von S. Fellner; Volksstücke: Der Gottlose, 1900, Der Lehrer von Helldorf, 1901 (Manuskripte); etc.
L.: N. Fr. Pr. und Wr. Ztg. vom 6. 4. 1914; Tagespost (Linz) vom 13. 4. 1924 und vom 10. 2. 1932; Linzer Tagbl. vom 10. 2. 1932; Oberösterr. Nachrichten vom 13. 2. 1952; Hoamatgsang, 1910, S. 115–21; Der Volksbote, Jg. 42, 1931, S. 122 ff.; Brümmer; M. Geißler, Führer durch die dt. Literatur des 20. Jh.s, 1913, S. 299; Giebisch–Gugitz; Krackowizer; Kosch, Das kath. Deutschland.
(Strebl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 18, 1968), S. 256
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