Krenn, Leopold (1850-1930), Schriftsteller

Krenn Leopold, Schriftsteller. * Wien, 6. 12. 1850; † Wien, 3. 10. 1930. Hauptberuflich Beamter der Österr. Eisenbahnen, schrieb K. teils als Alleinverfasser, vielfach aber in Zusammenarbeit mit V. Chiavacci (s. d.), C. Lindau u. a. eine große Zahl von Volksstücken und Operetten-Textbüchern. Die Produktivität war so umfangreich, daß in der Literaturgeschichtsschreibung z. B. die Bezeichnung „Schwankfirma Krenn-Lindau“ verwendet wurde. Außer auf den Wr. Volksbühnen fanden K.s Lokalpossen auch im Josefstädter- und Raimund-Theater (mit Girardi) Aufnahme und großen Beifall. Manches seiner Textbücher wurde von bekannten Komponisten, wie C. M. Ziehrer, in Musik gesetzt.

W.: Possen: Die Frau Sopherl vom Naschmarkt, gem. mit V. Chiavacci, 1890; Einer von der Burgmusik, 1892; Heißes Blut, gem. mit C. Lindau, 1892; Ein armes Mädel, 1893; Der Nazi, 1895; Die fesche Pepi, 1897; Ein nasses Abenteuer, gem. mit V. Chiavacci, 1904; D’Urwiener, 1905; Operetten: Wr. Kinder, 1881; Tolle Nacht, 1897; Die Landstreicher, 1897; Die drei Wünsche, 1901; Die arme Lori, gem. mit L. Ascher, 1909; Die tolle Therese, gem. mit J. v. Ludassy, 1913; etc.
L.: N. Fr. Pr. vom 3. 10. 1930; Brümmer; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Giebisch–Gugitz; Kosch; Kosel 1; Maderno; Nagl–Zeidler–Castle 3 und 4, s. Reg
(Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 18, 1968), S. 259
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