Krüger, Karl Friedrich (1765-1828), Schauspieler

Krüger Karl Friedrich, Schauspieler. * Berlin, 18. 12. 1765; † Wien, 21. 4. 1828. Sohn eines Musikers der kgl. Kapelle in Berlin; wurde von F. Fleck ausgebildet und debüt. 1785 am Berliner Hoftheater, das er wegen unzureichender Beschäftigung bald wieder verließ, gastierte u. a. in Magdeburg und Braunschweig und war 1788/89 in Hannover, 1789–91 in Amsterdam und ab 1791 an dem von Goethe geleiteten Weimarer Hoftheater engagiert. Trat K. bisher in Liebhaberrollen auf, so wechselte er unter Goethes Anleitung in das ältere Fach und spielte 1792 bei der 1. Weimarer „Don-Carlos“-Aufführung den Domingo und kurze Zeit darauf einen prächtigen Falstaff. K. bildete sich nun zum Charakterkomiker aus, verließ nach drei Jahren Weimar, spielte kurze Zeit in Amsterdam und ab Okt. 1794 bei der Spenglerschen Theaterges. in Prag. Nach dem Zusammenbruch dieses Unternehmens gründete K. eine eigene Ges., die u. a. in Leipzig, Prag, Karlsbad und Chemnitz spielte. 1800 wurde er Dir. des Theaters in Leipzig, ein Unternehmen, das mit seinem finanziellen Ruin endete. K. bekam ein Engagement in Brünn (1801), wurde aber schon 1802 an das Burgtheater berufen, wo er, bald auch schon als Regisseur, zu den besten und beliebtesten Kräften zählte. K. war der unübertroffene Interpret der Ifflandschen und Kotzebueschen zärtlichen Lustspielväter und kom., polternden Alten, die durch seine kräftige, an kom. Nuancen reiche Charakterzeichnung unwiderstehlich wirkten. Er spielte auch trag. und ernste Rollen, die ihm aber weniger gut gelangen. Als einer der 4 Regisseure war K. von großem Einfluß auf die Führung des Theaters. Er war verheiratet mit der Schauspielerin Karoline K. (1756–1831), geb. Gieranek, verwitwete Henisch und Spengler, die 1802–22 (Pensionierung) im Fach der kom. und zärtlichen Alten am Burgtheater engagiert war.

Hauptrollen: Octavio Piccolomini; Capulet (Romeo und Julia); Kalb (Kabale und Liebe); Der alte Klingsberg; Ruhberg (Verbrechen aus Ehrsucht); Geheimrat Wallenfeld (Der Spieler); Rasch (Die falschen Vertraulichkeiten); etc.
L.: Allg. Theaterztg. vom 24. 4., 3. und 6. 5. 1828; Sammler vom 24. und 29. 4. 1828; Hormayrs Archiv vom 2. und 6. 2. 1824; Allg. Theaterlex., 1841; J. Frh. von Reden-Esbeck, Dt. Bühnen-Lex., 1879; Eisenberg; O. G. Flüggen, Biograph. Bühnenlex. der dt. Theater, 1892; Kosch, Theaterlex.: Wurzbach; Gräffer-Czikann; ADB; Katalog der Porträtsmlg., 1892; O. Rub, Das Burgtheater, 1912; 175 Jahre Burgtheater, hrsg. von der Bundestheaterverwaltung, 1954; H. Anschütz, Erinnerungen aus dessen Leben und Wirken, 1866, S. 21 f., 235 f., 243 f., 428, 436; I. F. Castelli, Memoiren meines Lebens, 1861; C. L. Costenoble, Aus dem Burgtheater, 2 Bde., 1889; E. Genast, Aus Weimars klass,. und nachklass. Zeit, 1903, S. 44, 53 f.; A. Klingemann, Kunst und Natur, 1821, Bd. 2, S. 160, 253 f., 262, 306, 328, 1828, Bd. 3, S. 194f.; J. Schreyvogels Tagebücher, hrsg. in den Schriften der Ges. für Theatergeschichte, 1903.
(Futter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 300
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