Krug, Karl (1860-1919), Schauspieler und Theaterdirektor

Krug Karl, Schauspieler und Theaterdirektor. * Mähr.-Weißkirchen (Hranice, Mähren), 4. 3. 1860; † Reichenberg (Liberec, Böhmen), 7. 2. 1919. Sohn eines Steuereinnehmers; erhielt bei B. Baumeister (s. d.) Schauspielunterricht und debüt. 1882 in Steyr. Spielte 1883–86 in Brünn, 1889 in Wr. Neustadt, 1890 in Marburg, 1891/92 in Ödenburg und 1893/94 in Baden b. Wien 1. Helden und Väter. 1895–1903 wirkte K. als Charakter- und Väterdarsteller und als Regisseur am Raimund-Theater in Wien. 1906 übernahm K. mit F. Sommer die Dion. des Reichenberger Stadttheaters, das er zu einer angesehenen Bühne machte und bis zu seinem Tode leitete. Als Darsteller bewährte er sich im Volksstück, modernen und klass. Drama und gefiel durch seinen trockenen, oft drast. Humor. K. war auch Verfasser einiger wirkungsvoller, wiederholt aufgeführter Theaterstücke und Konzessionär und Teilhaber der Theateragentur K. in Wien.

Hauptrollen: Boleslav (Die Ahnfrau); Stauffacher (Wilhelm Tell); Talbot (Maria Stuart); Mjr. v. Klebs (Heimat); Krautkopf (Der Zerrissene); Schalanter (Das 4. Gebot); etc. W.: Die Leni, Volksstück (1898 mit H. Niese und A. Girardi am Raimundtheater aufgeführt); Der Eheflüchtling, Posse mit Gesang, 1899; etc.
L.: N. Fr. Pr. und Neues Wr. Journal vom 11. 2 1919; Dt. Bühnenalmanach 1920, S. 150; Eisenberg; Kosch, Theaterlex.; Kosel; J. W. König, Das Schrifttum des Ostsudetenlandes, 1964.
(Futter)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 301f.
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