Kucher, Josef (1846-1927), Mediziner und Philanthrop

Kucher Josef, Mediziner und Philanthrop. * Niederdorf b. Waisenberg (Kärnten), 26. 11. 1846; † Westwood (New Jersey, USA), 13. 2. 1927. Bauernsohn; stud. an der Univ. Wien Med., 1874 Dr.med. Nach erfolglosen Versuchen, sich in Kärnten als Arzt niederzulassen, wanderte er nach Amerika aus, wo er viele Jahre in verschiedenen Berufen tätig war. Schließlich eröffnete er in New York eine Arztpraxis, die er erfolgreich ausbaute. Er erwarb dann eine Farm in Westwood und beschäftigte sich auch mit landwirtschaftlichen Problemen. Mehrmalige Besuche in der Heimat erweckten sein Interesse für die heim. Landwirtschaft und ihre Sorgen und so wurde er besonders ein Förderer der Ausbildung der bäuerlichen Jugend. 1923 und 1924 ermöglichte er durch größere Spenden den Ausbau der landwirtschaftlichen Schule Goldbrunnhof bei Völkermarkt und stiftete in vielen Fällen Freiplätze für bedürftige Bauernsöhne. Mit Summen aus seinem Nachlaß wurde die Lungenheilstätte Laas ausgebaut und als neue Bildungsstätte die Kärntner Ackerbauschule „Kucherhof“ (1938 fertiggestellt) errichtet.

L.: Landwirtschaftliche Mitt. für Kärnten vom 15. 8. 1927; Carinthia I, Jg. 157, 1967; K. Fritz, Dokumente aus der Geschichte des landwirtschaftlichen Schulwesens in Kärnten, 1965; W. Horn, Festschrift zum 100jährigen Jubiläum der Kärntner Ackerbauschule. Landwirtschaftliche Fachschule für Burschen Kucherhof, 1966; ders., Die Kärntner Ackerbauschule. Von der Gründung bis zur Gegenwart, in: Der Kärntner Bauer, Jg. 123, 1966, n. 40, S. 14–20.
(Zopp)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 317f.
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