Kuhe, Wilhelm (1823-1912), Pianist, Dirigent und Komponist

Kuhe Wilhelm, Pianist, Dirigent und Komponist. * Prag, 10. 12. 1823; † London, 9. 10. 1912. Sohn des Verlegers Wilhelm K. (* 1807); übernahm nicht das väterliche Geschäft, sondern stud. bei Smetanas Lehrer J. Proksch und bei W. J. Tomášek Klavier und Komposition. 1844 trat er erfolgreich in Linz auf, dann in anderen österr. und dt. Städten. Gem. mit dem vorzüglichen Bariton Joh. Bapt. Píšek unternahm er 1845 eine Konzertreise nach London, wo er dann als Musiklehrer wirkte und regelmäßig konzertierte. Er leitete in Brighton die Musikfeste und brachte viele engl. Kompositionen zur Erstaufführung. 1886–1904 war er Prof. an der Royal Academy of Music. K.s gefällige Klavierkompositionen bestehen meistens aus Transkriptionen verschiedener Lieder und Arien oder aus Fantasien über beliebte Opern.

W.: Impromptu As-Dur; 3 Lieder ohne Worte, op. 12; Le feu follet, op. 38; Fantasien über beliebte Opernmelodien, über tschech. und russ. Volkslieder, op. 22 und 74, über die österr. und engl. Hymne; etc.
L.: Černušák-Helfert; Fétis; Grove; Reissmann; Riemann; Wurzbach; Otto, Erg.Bd. III/2; Rieger; J. Srb-Debrnov, Slovník hudebních umělců slovanských (Lex. slaw.Tonkünstler), S. 92, Manuskript im National Mus., Prag, Musikabt.; Mitt. I. Janáčková, Prag.
(Tarantová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 335
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