Kulmer, Franjo Frh. von (1806-1853), Politiker

Kulmer Franjo Frh. von, Politiker. * Agram, 3. 2. 1806; † Wien, 16. 11. 1853 (Selbstmord). Bruder des Folgenden; stud. an der Univ. Wien Jus, die letzte Prüfung legte er 1830 in Pest ab und trat in den Staatsdienst bei der kgl. ung. Hofkanzlei in Wien. Nach Agram zurückgekehrt war K. seit 1836 Beisitzer des Banalstuhles. Als Anhänger der Illyr. (bzw. National-) Partei ab 1842 widersetzte er sich energ. auf dem Reichstage in Preßburg dem Antrag, die ung. Sprache auch in den kroat. Ländern als Amtssprache einzuführen. In seiner polit. Tätigkeit immer streng legitimist. orientiert, war er oft Vermittler zwischen Agram und Wien. 1845 wurde er Großgespan des syrm. Kom. Auf seinen Vorschlag erfolgte 1848 die Ernennung von J. Jellačić (s. d.) zum kroat. Banus, im Dezember 1848 wurde K. zum Min. für Kroatien im Kabinett des Fürsten Schwarzenberg ernannt. Nach Einführung der Oktroyierten Verfassung (1849) kam seine polit. Konzeption in scharfen Gegensatz zu der damaligen kroat. Politik. Als auch die Verfassung aufgehoben wurde, trat K. Ende Jänner 1852 von seinem Posten zurück. Mitgl. des Reichsrates, Geh.Rat.

L.: Agramer Ztg., 1853, n. 266; Agramer Tagbl., 1899, n. 96–105; Grlović, Album 2; Wurzbach (bei Friedrich K.); Nar. Enc. 2; Enc. Jug. 5.
(Šeper)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 343
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