Kunitzer (Kunitz), Moses (1774-1837), Talmudist und Rabbiner

Kunitzer (Kunitz) Moses, Talmudist und Rabbiner. * Altofen (Óbuda, Ungarn), 1774; † Pest (Ungarn), 2. 2. 1837. Sohn armer Eltern; war schon als Kind für den Rabbinerberuf bestimmt. Mit 10 Jahren besuchte er die Talmudschule des W. Boskowitz in Ofen. 1788 ging er nach Prag an das Collegium des E. Landau. 1792 stud. er an der theolog. Hochschule zu Breslau. 1796 wurde er stellvertretender Rabbiner seiner Heimatstadt. Nach 1820 arbeitete er in der jüd. Gemeinde Wiens. 1828 nahm er eine Dajjan-Stelle in Pest an und wirkte 1828–37 als Rabbiner der Ofner Gemeinde. Er war ein angesehener Erklärer des Talmud und ein Vertreter der Aufklärung im ung. Judentum.

W.: Hamaszoth Hagdoloth (Erläuterung dunkler Talmudstellen), 1795; Ha Ojen (Wort- und Sacherklärung zu Pninis Werk: Bechinath Olam, nebst Forschungen über die Mischnah- und Talmudsprache), 1796; Beth-Rabbi (Dramat. Gedicht), 1805; Ma’asse chachamin (Gedichte der Weisen), 1805; Ben Jochai, 1815; Sepher hamezareph (Gespräche und Korrespondenz mit gelehrten Zeitgenossen), 2 Bde., 1820–57; etc.
L.: Magyar Zsidó Lex., 1929; Szinnyei 7 (Kunizer); Wurzbach; Wininger; Enc. Jud.; Jew. Enc.; J. Reich, Beth El, Tl. 1, 1860; S. L. Grünwald, Ha Jehudim be Ungaria (Die Juden in Ungarn), 1927.
(Benda)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 352
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