Kunwald, Gottfried (1869-1938), Finanzfachmann

Kunwald Gottfried, Finanzfachmann. * Baden (N.Ö.), 13. 9. 1869; † Wien, 14. 3. 1938 (Selbstmord). Bruder des Vorigen; absolv. das Wr. Schottengymn., stud. an der Univ. Wien Jus, 1895 Dr.jur. K. beschäftigte sich vor allem mit Volkswirtschaftslehre und Staatswiss. 1921 Währungsreferent der österr. Ersparungskomm., bis 1926 Rechtskonsulent der Anglobank. Bankpräs.; als vertrauter Finanzberater I. Seipels, hatte er entscheidenden Einfluß auf die währungspolit. Maßnahmen im Rahmen des Genfer Sanierungswerkes (Gründung der Notenbank).

W.: Über den eigentlichen Grundgedanken des proportionalen Wahlsystems. Vortrag, gehalten am 31. 1. 1906 in der Wr. Jurist. Ges., 1906; Denkschrift über das Wohnungsproblem in Wien, 1928; Ehrliches und unehrliches Silbergeld, 1931; Das Leben der Erwartungs- und Kreditwirtschaft, 1934; Gutachten über die Frage einer Ermäßigung des österr. Kaffeezolls, in: Wr. Wirtschaftswoche, Juli 1937. Hrsg.: Der Merker, 1909 ff.
L.: Wr. Ztg. vom 18. 3. 1956; Jb. der Wr. Ges., 1928; W. Goldinger, Geschichte der Republik Österr., 1962, S. 97.
(Rennhofer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 354
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