Kunz, Josef (1822-1884), Schriftsteller

Kunz Josef, Lyriker und Erzähler. * Olmütz (Olomouc, Mähren), 6. 11. 1822; † Storożynetz (Storožynec’, Bukowina), 31. 1. 1884. Kam in jungen Jahren als Verwaltungsbeamter nach Siebenbürgen und von dort als Polizei-Koär. nach Dés, dann als Bezirksaktuar zum Bezirksamt Magyárlápós. Nach Auflösung dieserÄmter in Siebenbürgen 1861 entlassen, wurde K. 1863 als Bezirksaktuar in Storożynetz wieder in den Staatsdienst aufgenommen. Nebenberuflich Schriftsteller, verfaßte er viele Erzählungen, Novellen sowie Gelegenheits- u. a. Gedichte, die vor allem in Ws., Sonntagsbll. und Hauskalendern der Bukowina erschienen. Seine Natur- und Stimmungsgedichte sind feinsinnig und gefühlsbetont. Für die balladenhaft wirkende Gedankenlyrik wählte K. oft hist. und weltanschauliche Stoffe. Mit seiner erzählenden Prosa wirkte er durch inhaltlich ansprechende Themen und lebendige Gestaltung.

W.: Lyrik und Prosabeitrr. in: Bukowiner Hauskalender, Jgg. 1860 ff.; Buchenbll., Dichtungen aus der Bukowina, 1864; Jb. für dt. Literaturbestrebungen in der Bukowina, 1870; Poet. Gedenkbuch, hrsg. von M. Amster und L. A. Staufe, 1875; Bukowiner Dt. Dichterbuch, hrsg. von A. Klug, 1939; etc.
L.: Heimat (Radautz), Jg. 8, 1927, n. 3; Heuland (Freilassing) 15, 1962, n. 32; Nagl–Zeidler–Castle 3, s. Reg.; Mitt. E. Beck, Stuttgart.
(Hanus)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 19, 1968), S. 355f.
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