Lachmann, Friedrich (1838-1900), Offizier, Militärkonfident und Journalist

Lachmann Friedrich, Offizier, Konfident und Journalist. * Rumburg (Rumburk, Böhmen), 16. 9. 1838; † Wien, 14. 1. 1900. Wurde 1856 als Zögling einer Inf.-Schulkomp. zum Feldjägerbaon. 25 assentiert und 1859 als Lt. zum IR. 53 transferiert. Mit 8. 4. 1861 wurde L. wegen Veruntreuung nach kriegsgerichtlichem Verfahren entlassen, trat jedoch schon mit 26. 7. 1861 beim IR. 17 ein, wo er bereits im August wieder zum Kadetten ernannt wurde. Er ging jedoch 1865 aus unbekannten Gründen der Kadetten-Benefizien verlustig und wurde mit 30. 6. 1867 in die Reserve versetzt. 1871 tauchte er in Rumänien auf. Er betätigte sich dort als Ziviling., machte aber den russ.-türk. Krieg als Berichterstatter des „Pester Lloyd” und einiger dt. Ztg. mit. Wegen seiner guten Verbindungen zu hochgestellten Militärs, polit. Persönlichkeiten und Journalisten in Rumänien wurde er als Nachfolger des militär. Beobachters im genannten Krieg, Hptm. i. G. J. v. Manéga, vom Informationsbüro des k. k. Min. des Äußeren als polit. Konfident ab Februar 1880 in Dienst genommen. Das Material für seine Berr. an das Informationsbüro und an das Evidenzbüro des k. k. Generalstabs konnte L. tw. direkt aus dem rumän. Kriegsmin. beschaffen. Als nach dem Abschluß des Bündnisses zwischen dem Dt. Reich, Österr.-Ungarn und Rumänien vom 30. 10. 1883 in Bukarest ein Militärattaché angestellt wurde, war L.s Tätigkeit als Militärkonfident zu Ende. Seine Berichterstattung für das Informationsbüro dauerte noch bis zum Ende der bulgar. Krise 1885–89 an, wobei L. auch Berr. aus Bulgarien lieferte. In den 90er Jahren unternahm er unter Leitung von Soliman Inger eine Expedition nach Abessinien.

L.: N. Fr. Pr. vom 28. 1. 1900; E. Rutkowski, Österr.-Ungarn und Rumänien 1880–83, die Proklamierung des Königreiches und die rumän. Irredenta, in: Südost-Forschungen, Bd. 25, 1966, S. 150–284.
(Broucek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 393f.
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