Lamberg, Hugo Raimund Gf. von (1833-1884), Verwaltungsbeamter und Mundartschriftsteller

Lamberg Hugo Raimund Graf von, Verwaltungsbeamter und Mundartdichter. * Schloß Feistritz b. Ilz (Stmk.), 27. 8. 1833; † Salzburg-Aigen, 19. 4. 1884. Bruder des Landwirtes Carl Gf. v. L. (s. d.); stammte aus der älteren, von Raimund Frh. v. L. begründeten Linie zu Feistritz. Nach Kriegsdienst 1859 in Italien, 1864 in Schleswig-Holstein, 1866 in der Nordarmee und anschließender polit. Tätigkeit als Abg. zum steir. Landtag, übersiedelte er 1868 nach Salzburg. L. wurde Präs. der Landwirtschaftsges., des Kunstver., der Salzburger Bank, Gründer und Vorstand der Sektion Salzburg des ÖTK, 1871 Salzburger Landtagsabg., 1872 Landeshptm. von Salzburg. 1880 zog er sich aus dem polit. Leben zurück und widmete sich ganz seiner aus einem starken Naturgefühl schöpfenden Dialektdichtung, der auch volkskundlicher Wert zukommt. L. war ab 1862 mit der Schriftstellerin Maria Bertha Gfn. zu Stolberg-Stolberg (s. Kuenburg Maria Bertha) verheiratet.

W.: Bergkräuteln. Gedichte in österr.-dt. Gebirgsmundart, 2 Bde., 1879–81; Wo d’Welt am schönsten ist. Mundartlieder, 1882.
L.: Salzburger Ztg., 1884, n. 91, 92; Salzburger Volksbl., 1884, n. 91–96; Salzburger Chronik, 1884, n. 92, 93; Mitt. der Ges. für Salzburger Landeskde. 24, 1884, S. 318 f.; R. v. Strele, Der L., 1884; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; Nagl–Zeidler–Castle 2, S. 582; Wer ist’s? 1908 (bei Kunibert L.); 100 Jahre selbständiges Land Salzburg, Festschrift des Salzburger Landtages, 1961, S. 107 f.
(Gassner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 411
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