Lamezan-Salins, Eduard Gf. (1835-1903), Jurist

Lamezan-Salins Eduard Graf, Jurist. * Lemberg, 28. 8. 1835; † Wien, 15. 3. 1903. Entstammte einer südfranzös. Familie, die in der Nähe von Toulouse beheimatet war und 1709 nach Österr. kam, Vater des Folgenden; absolv. die Theres. Ritterakad., stud. dann an der Univ. Wien Jus, ab 1858 im Gerichtsdienst, 1870–72 Staatsanwaltssubstitut, 1872 Staatsanwalt. 1889 Präs. des Landesgerichts für Strafsachen in Wien, dann Senatspräs., ab 1891 Präs. des Landesgerichts für Zivilrechtssachen in Wien, 1903 i.R. Als am 8. 12. 1881 das Wr. Ringtheater brannte, drang L. in das brennende Haus ein und sorgte für die Bergung der Toten und Verletzten. Unter dem Eindruck dieses Brandes, der ca. 400 Tote forderte, gründete er gem. mit H. Wilczek und J. Mundy die „Wiener Freiwillige Rettungsgesellschaft“, die zunächst in einem Privathaus untergebracht war. L. wurde 1883 der Leiter der ersten Rettungsstation und erwarb sich große Verdienste um Erbauung und Einrichtung der Zentralstation in der Radetzkystraße.

L.: N. Fr. Pr. vom 17. 3. 1903; Illustrierte Ztg. 120, 1903, S. 465; Jurist. Bll., Jg. 32, 1903, S. 139; Biograph. Jb., 1905; Festschrift der Wr. freiwilligen Rettungsges., hrsg. anläßlich ihres 25jährigen Bestandes, 1906; Lesky, S. 289; H. Wilczek erzählt seinen Enkeln. Erinnerungen aus seinem Leben, 1933; Mitt. O. Lamezan-Salins, Grünau, O.Ö.
(Red.)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 414f.
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